Florian Steurer: Mit Leib und Seele Floriani

Der Begriff Vollblutfeuerwehrmann trifft auf Florian Steurer wie kaum auf jemand anderen zu. Er ist bei der Wiener Berufsfeuerwehr und natürlich auch bei der Freiwilligen in Neudörfl. Beim Stufenlauf „4 Stairs on Fire“ belegte er jetzt den vierten Platz.

Erstellt am 04. November 2021 | 06:02

Zehn Sekunden waren es letztendlich, die Florian Steurer auf den Sieg fehlten. Der Vizekommandant und Ausbildungsleiter der Freiwilligen Feuerwehr Neudörfl nahm am 23. Oktober am „4 Stairs on Fire“-Wettbewerb in Judenburg in der Steiermark teil. Dabei wurde in vier Etappen insgesamt 796 Stiegen (entsprechen in etwa 50 Stockwerke) hoch gelaufen – und das in voller Feuerwehrmontur inklusive Atemschutzgerät. „Das Atemschutzgerät wiegt rund sechszehn Kilo, mit der ganzen Uniform wurden zirka fünfundzwanzig Kilo zusätzlich getragen“, erklärt Florian Steurer die erschwerten Bedingungen, die beim Stufenlauf gegeben waren. Der Atemschutz war zudem auch angeschlossen, wodurch sich ein größerer Atemwiderstand bildete. „Es ist nicht viel, aber man hat ein bisschen mehr Widerstand beim Atmen als wenn man normal Luft holt. Das Handicap war aber vor allem das Gewicht der Flasche und der Uniform.“

Erster Platz in seiner Altersklasse

Mit dem vierten Platz (und dem ersten Platz in seiner Altersklasse) ist der Neudörfler sehr zufrieden, weil am Wettbewerb die besten Feuerwehrmänner österreichweit auf dem Gebiet der sportlichen Wettkämpfe teilgenommen haben. Eine halbe Sekunde Rückstand (insgesamt brauchte er 235,82 Sekunden) bugsierte ihn aus den Medaillenrängen, um die sich insgesamt dreißig Teilnehmer stritten. „Ich hab mir eigentlich gar nicht gedacht, dass ich so weit rauf kommen würde.“ Die Leistung des Florianis ist umso höher zu bewerten, insofern es sich um seine erste Teilnahme an einem Stufenlaufbewerb handelte. „Ich habe zwar schon beim Thoughest Firefighter oder der Firefighter Combat Challenge teilgenommen, aber der Stufenlauf war mein erster.“

Deshalb war auch eine eigene Vorbereitung erforderlich, die über das Fitnessstudio und seine täglichen Sporteinheiten, hinausging, verrät Steurer: „Im Vorderhaus der Feuerwehr bin ich dreimal die Woche die Stiegen hoch und runter gelaufen, auch in der gesamten Feuerwehrmontur, damit ich ungefähr wusste, wie die Belastung ist. Da wir aber nur zwei Stockwerke haben, bin ich sie immer vierzig mal gelaufen.“ Eine spezielle Taktik im Bewerb selbst hatte er nicht: „Es geht einfach über eine gute Krafteinteilung. Am Anfang ist man natürlich sehr motiviert und will Vollgas geben. Aber ich denke, das ist der falsche Weg, weil man dann schnell die ganzen Kräfte herschenkt. Man muss sein Tempo finden und dann hoffen, dass man es bis zum Schluss durchhält.“

Diese Herangehensweise hat sich für Florian Steurer offensichtlich ausgezahlt, ein vierter Platz und ein Muskelkalter waren der Lohn. „Danach war ich natürlich total erschöpft. Aber nach zwei Tagen ging das Training schon wieder weiter.“ Im Mai steht nämlich der nächste Wettbewerb an, zwar kein Stiegenlauf, aber wieder einer, bei dem sich Österreichs tougheste Feuerwehrmänner untereinander messen werden.

„Wahrscheinlich wird es in Siegendorf sein. Ausgeschrieben ist noch nichts, aber vorbereiten werde ich mich dafür auf alle Fälle. Ich möchte in Zukunft auch Wettbewerbe im Ausland machen, zum Beispiel in Deutschland, Tschechien oder Slowenien. Dort gibt es sie häufiger als bei uns.“

„Ich sehe eigentlich fast immer nur rote Autos.“

Vieles in seinem Leben dreht sich also – freizeitmäßig und berufsbedingt - um die Feuerwehr und den Sport. „Ich sehe eigentlich nur rote Autos. Oder mache Sport. Das war schon immer so“, sagt Florian Steurer, der seit seinem 12. Lebensjahr bei der Feuerwehr ist. „Beides lässt sich gut vereinen, weil wir für unsere Einsätze natürlich fit sein müssen.“ Für seine sportlichen Wettkämpfe, die er in nächster Zeit also noch intensiver bestreiten möchte, ist er auch auf der Suche nach Sponsoren, die ihn ein wenig unterstützten. „Ich freue mich natürlich über jedes Angebot.“