Habeler wieder zurück im Tennis- und Freizeitcenter

Erstellt am 13. März 2019 | 04:11
Lesezeit: 4 Min
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Elisabeth Habeler und Eva-Maria Habeler
Der Ex-Tennisprofi Elisabeth Habeler (r.) mit ihrer Schwester und Geschäftsführerin Eva-Maria Habeler.
Foto: Artner
Als Profitennisspielerin bereiste Elisabeth Habeler die ganze Welt. Später machte sie einen Abstecher in die Politik. Nun gehört ihr Herz wieder ihrem Tennis- und Freizeitcenter.
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Tennis. Staatsmeisterschaft der Frauen. 6:6 im dritten und entscheidenden Satz. Auf der einen Seite Barbara Schett, österreichische Tennisspielerin, deren höchste Weltrangposition ein siebenter Platz war, röchelt in die laufende Fernsehkamera: „I mach mir so in die Hosen.“

Ihre Gegnerin damals am Court: Elisabeth Habeler. Der Ex-Profitennisspielerin aus Wiesen muss während ihrer aktiven Laufbahn eine beängstigende Ausstrahlung zu eigen gewesen sein – jedenfalls an diesem Tag, als sie gegen die befreundete Schett im Finale antrat, das sie letztendlich knapp mit 6:7 verlor.

Abseits vom Platz ist davon jedoch gar nichts zu spüren. Habeler, in modischer Anzughose, lässigem Jackett und schwarzer Brille, begrüßt einladend und legt auch sofort los mit einem kurzen Rundgang durch ihr Sportparadies: dem Tennis- und Freizeitzentrum Habeler & Knotzer. Seit 2005, zunächst in Pacht, wird es von Elisabeth Habeler gemeinsam mit ihrer Mutter Anna Maria Habeler, deren Lebensgefährten und Elisabeths ehemaligen Trainer Werner Knotzer und ihrer Schwester Eva-Maria als Familienunternehmen geführt.

2010 wurde es schließlich auch käuflich erworben. Nachdem sie vor drei Jahren einen kurzen Abstecher in die Politik wagte – zuerst ins Sportministerium von Peter Doskozil nach Wien, danach als Verstärkung für das Team rund um Landeshauptmann a. D. Hans Niessl in Eisenstadt – und deshalb die Geschäftsführung an ihre Schwester abgegeben hatte, kehrte sie nun wieder in ihr altes Nest zurück.

Anlage ist komplett energieautark

Ihre jetzige Aufgabe umschreibt Habeler, die es als Profitennisspielerin bis fast in die Top 200 der Welt schaffte, als guter Geist für alles: „Ich bin für Marketing zuständig, betreue Projekte, unterstütze unsere Tennisschule, bin viel mit unseren Mietern in Kontakt und kümmere mich um das Haus.“ Derzeit wird das Hotel generalsaniert: „So schauen wir ständig, dass wir das Zentrum verbessern und attraktiver gestalten.“ Das sei auch notwendig, um in diesem Geschäftszweig überleben zu können. „Vor dreizehn Jahren hat keiner einen Cent auf uns gesetzt. Jeder hat gesagt, die schaffen das nie“, erzählt Habeler im hauseigenen Restaurant.

Ihr Erfolgsrezept sei es, neben einer langjährigen Erfahrung im Führen solcher Anlagen – begonnen hat Familie Habeler bereits 1997 mit der Anmietung einer kleinen Platzanlage in Wr. Neustadt – immer innovativ zu denken und zu handeln. Dieses Gespür für Innovationen bewiesen sie etwa, als 2013 eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes installiert wurde.

„Theoretisch könnten wir mit dem Strom, den wir mit der Anlage produzieren, unseren gesamten Licht- und Elektrizitätsbedarf abdecken. Momentan speisen wir ihn aber noch in das öffentliche Netz ein.“ Zudem wurde die Beleuchtung der Hallen auf LED-Technologie umgestellt.

„Dadurch verbrauchen wir jetzt ein Drittel weniger Strom als mit einer normalen Beleuchtung. Das sind Investitonen, die wesentlich sind, um solche großen Sportanlagen auch in Zukunft führen zu können.“

„Das ist ein Projekt, bei dem wir an den Schulen den Kindern kostenlos den Tennissport näher bringen wollen“

Und groß ist die Anlage allemal. Auf zwei Hektar versammeln sich sechs Indoor-Tennisplätze, acht Outdoor-Courts, drei Badminton-Plätze, ein Fitnessraum und einen Hotelbereich. Zusätzlich gibt es Physiotherapieangebote, Leistungsdiagnostik und Kosmetik. Besonders stolz ist sie auf die Tennisschule des Hauses: „Das ist ein Projekt, bei dem wir an den Schulen den Kindern kostenlos den Tennissport näher bringen wollen“

Tennis spielt Habeler immer noch regelmäßig, genauso wie ihre Schwester und deren 70-jährige Mutter. „Ich mag diesen Sport irrsinnig gerne. Er fasziniert mich bis heute. Für mich ist das ein wesentlicher Punkt in meinem Leben. Eine Freundin hat erst letztens zu mir gesagt: ,Eure Familie macht eines aus, ihr liebt den Tennissport.´“ Wer Elisabeth Habeler kennen lernt, kann das nur bestätigen: Der gute Geist des Tennis ist in jeder Sekunde spürbar.

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