Lokale Gastronomie seit vier Monaten rauchfrei

Erstellt am 29. August 2018 | 04:26
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Rauchfrei. Eine Tafel kennzeichnet die Lokale.
Foto: Koeune
In zehn Lokalen wird nicht mehr geraucht. Es gibt sowohl positive, aber auch negative Berichte der Gastwirte.
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Seit dem 1. Mai sind unter der Initiative „Neudörfls Gastronomie rauchfrei“ zehn Lokale in Neudörfl rauchfrei. Markiert werden sie durch eine Tafel, die einheitlich auf die Initiative aufmerksam macht. Die Gastgärten sind jedoch vom Verbot ausgenommen. Doch wie erging es den Gastwirten und den Gästen in den ersten Monaten? Und hat sich die Anzahl der Teilnehmer verändert?

Eine freiwillige Initiative

„Zur Zeit gab es noch keine Veränderung an der Anzahl der Lokale, dies war aber auch zu erwarten. Es handelt sich um eine freiwillige Initiative, die sehr gut läuft, bei der wir niemanden drängen wollen. Bei Lokalen wie dem ‚Bierkistl‘ wäre das Rauchverbot existenzbedrohend“, berichtet Bürgermeister Dieter Posch. Gastwirt Thomas Tschurlovich vom „Bierkistl“ bestätigt: „Solange die Gesetze es erlauben, bleiben wir ein Raucherlokal. Ich habe viel Geld in meine Lüftung investiert und entscheide selbst über mein Lokal.“

Anders im Martinihof, hier darf drinnen nicht mehr geraucht werden, allerdings seien selbst bei kälteren Tagen an den Stammtischen nicht weniger Gäste zu vermerken. Beim Heurigen Piribauer berichtet Gast Andreas: „Mir macht es nichts aus, dass man im Lokal nicht rauchen darf. Draußen rauche ich aber gerne.“ Auch Norbert Gasch berichtet: „Ich finde die Initiative sehr gut und rauche selbst nicht drinnen oder beim Essen.“

„Wir überlegen, ob wir rauchfrei bleiben“

Jedoch gibt es auch kritische Stimmen, wie etwa von Emmrich Steiger: „Bei gutem Wetter macht mir die Initiative nichts aus, allerdings überlege ich mir, ob ich im Winter auch in ein Nichtraucherlokal übergehen soll. Meiner Meinung nach haben die Gastwirte einen ‚Boscha‘, die freiwillig Nichtraucherlokale werden. Vor allem wenn zuvor viel Geld investiert wurde.“

Der Gastwirt selbst, Michael Piribauer, ist etwas besorgt: „Uns kommt es vor, als sei das Geschäft am Samstag bei Schlechtwetter etwas weniger geworden. Momentan sind die Auswirkungen noch schwer messbar. Wir überlegen, ob wir rauchfrei bleiben. Wir wollen bis Weihnachten die Situation beobachten und dann beschließen, wie wir weiter vorgehen. Bis dahin wollen wir für die Raucher draußen einen Platz mit Heizschwammerl anbieten.“

„Ich habe keine Befürchtungen, dass im Winter weniger Gäste kommen"

Weniger kritisch sieht es Gastwirt Heinz Döller: „Ich habe keine Befürchtungen, dass im Winter weniger Gäste kommen. Die meisten haben sich daran gewöhnt, draußen zu rauchen. Natürlich gibt es alteingesessene Raucher, jedoch gibt es viele, die sich freuen, dass kein Rauch mehr im Lokal ist. Zudem hat die Initiative für die Mitarbeiter gesundheitliche Vorteile.“ Für die Raucher im Winter will der Gastwirt vorsorgen: „Draußen gibt es einen Teil, der überdacht ist, hier können Gäste geschützt rauchen. Zudem überlegen wir, ob wir Heizschwammerl aufstellen.“ Vom Heurigen Steiger heißt es, es wäre noch zu früh, Auswirkungen zu bemerken. Das Waldcafé Kern-Riegler ist seit zehn Jahren ein Nichtraucherlokal und dies aus Überzeugung: „Unsere Gäste schätzen es, dass bei uns nicht geraucht wird“, berichtet Kern- Riegler.

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