Martinihof: Pächter in Konkurs. Martinihof Walter Horvath muss aus finanziellen Gründen das Handtuch werfen. Gemeinde-Gmbh übernimmt interimistisch die Leitung.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 31. Januar 2017 (10:38)
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Investition. Erst vor kurzem wurde der vielgebuchte Martinihof-Saal von der Neudörfl Errichtungs-, Beteiligungs- und BetriebsgmbH renoviert.
NOEN, BVZ

Die Info von Luzia Eitzenberger, Geschäftsführerin der Marktgemeinde Neudörfl Errichtungs-, Beteiligungs- und BetriebsgmbH die offiziell den Martinihof im Auftrag der Gemeinde verpachtet, ist knapp gehalten: „Pächter Walter Horvath hat Konkurs angemeldet. Der Martinihof bleibt bis Dienstag, 7. Februar, geschlossen. Ich bleibe Geschäftsführerin der GmbH und werde ab 7. Februar die interimistische Leitung des Martinihofes übernehmen“, sagt Eitzenberger.

Keine Auswirkungen auf Veranstaltungen

Gerüchten zufolge liefen die Geschäfte des Martinihof-Pächters schon seit geraumer Zeit schlecht, auch das Personal soll schon seit mindestens drei Monaten kein Gehalt mehr überwiesen bekommen haben.

Deshalb ist es für Bürgermeister Dieter Posch umso wichtiger, dass die GmbH mit Hilfe einer Unternehmensberaterin alle Geschäftsfelder des Martinihofes durchkalkulieren wird. Dass eine Woche geschlossen ist, sei notwendig, um jene Veranstalter zu kontaktieren, die bereits eine Veranstaltung gebucht haben. Auswirkungen auf die Veranstaltungen selbst habe das aber nicht. Eines ist für Posch aber klar: „Wir werden das Haus nicht stilllegen, es bleibt weiter im Gemeindebesitz. Wir suchen auf lange Sicht gesehen einen Pächter, der uns ein entsprechendes Konzept vorlegen muss. Wir übernehmen den Martinihof nicht, wir führen ihn nur interimistisch weiter.“

Für Situation mehrere Gründe verantwortlich

Walter Horvath möchte zur gegenwärtigen Situation selber keine Stellungnahme abgeben und verweist auf seinen Rechtsanwalt Dr. Willibald Stampf. Dieser bestätigt, dass der Konkurs mit Montag, 30. Jänner angemeldet wurde. Stampf zollt dem ehemaligen Martinihof-Pächter Respekt.

„Sehenden Auges darf man in eine Insolvenz nicht hineinlaufen. Den Konkurs anzumelden war für Herrn Horvath in seiner Situation die einzige Lösung“, erklärt sein Anwalt. Denn Horvath hafte als Unternehmer ja auch mit seinem Privatvermögen, noch dazu stehe er kurz vor der Pension. So habe er die Chance, für seine Privatinsolvenz die unweigerlich der Firmeninsolvenz folgt, einen Sanierungsplan vorzulegen um nach Tilgung der Gläubigeransprüche einen Weg aus den Schulden zu finden.

Warum der Martinihof in die gegenwärtige Situation gekommen sei, dafür wären mehrere Gründe verantwortlich, die man noch ausführlich analysieren müsse. Eines könne man aber schon sagen: „Die letzten zwei Jahre bilanzierte der Martinihof negativ. Der Hotelbetrieb ist auf ein Drittel zurück gegangen.“ 2014 musste Horvath schon einmal Konkurs anmelden. Damals schaffte er es aus eigener Kraft, das Ruder herumzureißen.

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