Personaltrainerpaar ist stark wie Stallone. Das Personaltrainerpaar Christian und Marion Süttinger aus Neudörfl hilft seinen Klienten sowohl beim Muskelaufbau als auch dabei, gesund und fit zu bleiben – und das bis ins hohe Alter.

Von Christian Artner. Erstellt am 07. November 2020 (04:19)
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Das Ehepaar Marion und Christian Süttinger ist seit eineinhalb Jahren gemeinsam als Personaltrainer aktiv. Sie helfen dabei, muskulös zu werden und in Form zu kommen. Kraftsport kann aber auch therapeutisch eingesetzt werden, um Haltungsschäden vorzubeugen oder zu korrigieren.
Kevin Zumbo

Seitdem es das Internet gibt, können Informationen über jedes mögliche Thema binnen Sekunden kinderleicht abgerufen werden. So gibt es auch unzählige Videos und Webseiten, die einem vorzeigen, wie man seinen Körper in Form bringt, wie Muskeln aufgebaut werden können und Kraftsport richtig betrieben werden sollte. Marion und Christian Süttinger sehen neben den Vorteilen, die darin liegen – etwa dass mehr Männer und Frauen sich sportlich betätigen – durchaus auch Probleme: „Eine Schwierigkeit von Onlinetrainings liegt meiner Meinung nach darin“, sagt Marion Süttinger, „dass viele glauben, indem sie sich solche Videos anschauen, wissen und können sie bereits alles, während sie aber eigentlich noch ziemlich viel falsch machen.“

Die Ehepartner Marion und Christian Süttinger aus Neudörfl sind beide Personaltrainer, seit eineinhalb Jahren bieten sie gemeinsam in Neudörfl und Umgebung ihre professionelle Hilfestellung im Bereich Kraftsport an. „Früher war es vielleicht sogar noch einfacher, richtig zu trainieren“, sagt Christian Süttinger, „weil man direkt von anderen Kraftsportlern in den Studios lernte“. Ihre Hauptaufgabe in ihrer Funktion als Personaltrainer sehen die beiden demnach auch darin, bei Übungen wie etwa dem Kreuzheben die richtigen Anweisungen zu geben, fehlerhafte Ausführungen sofort zu korrigieren und auf die Fragen der Klienten jederzeit einzugehen.

„Bekommt man sofort ein Feedback, wenn man eine Übung falsch macht, ist ein einzelnes Training gleich viel effektiver als wenn man zwei, drei Monate quasi im Selbststudium trainiert“, ist Marion Süttinger überzeugt. Sportlich war sie eigentlich schon immer, viel verschiedenes hat sie ausprobiert, so zum Beispiel Zumba oder Tai Bo, wirklich glücklich geworden ist sie allerdings erst mit dem Kraftsport, den sie nun seit 10 Jahren intensiv betreibt und zu dem sie über ihren Mann kam. Christian Süttinger begann schon in seinen Jugendjahren zu trainieren: „Ich bin in den 80er Jahren mit den Filmen von Sylvester Stallone aufgewachsen. Nach ein paar Monaten habe ich dann aber auch wieder aufgehört, weil ich noch nicht so ausgesehen habe wie mein Vorbild“, lacht Süttinger. „Seit 1991 mache ich jetzt durchgehend Kraftsport.“

„Eine ältere Dame, mit der ich trainiere, hat mir gesagt, ‚um Gottes Willen, ich möchte nicht wieder so weit zurückfallen wie beim letzten Lockdown‘“, sagt Marion Süttinger zur Schließung der Fitnesscenter .

Das Interessante und für beide auch etwas Überraschende seitdem sie als Personaltrainer arbeiten, ist, dass nicht nur Männer und Frauen im jüngeren und mittleren Alter sich bei ihnen Rat holen, sondern auch die etwas ältere Generation. „Momentan sind wir fast mehr im Therapiebereich tätig“, sagt Christian Süttinger. „Klienten, die mit der Lendenwirbelsäule Probleme haben oder mit dem Nacken, die sich nicht gut bewegen können, schon Unmengen an Therapien hinter sich haben und jetzt gehört haben, dass Kraftsport helfen soll. Aus diesem Bereich erhalten wir immer wieder sehr gutes Feedback.“ Ältere Klientinnen bedankten sich nach jedem Training, dass ihnen wieder etwas mehr Lebensqualität zurückgegeben wird. „Es geht also fast in eine komplett andere Schiene als wir geglaubt haben.“

Vom zweiten Lockdown im November sind neben der Gastronomie und den Kulturhäusern auch Fitnessstudios betroffen. Offiziell nicht mehr gestattet sind auch One-to-One-Trainingseinheiten in privater Umgebung. Für Christian und Marion Süttinger nicht ganz nachvollziehbar: „Abstand halten ist in den großen Fitnessstudios durchaus möglich.“ Jeder achte penibel darauf, die Geräte vor und nach der Benutzung zu desinfizieren. „Eine ältere Dame, mit der ich trainiere, hat mir gesagt, ‚um Gottes willen, ich möchte nicht wieder so weit zurückfallen wie beim letzten Lockdown‘. Bei jemandem, der über 70 Jahre ist, ist ein Monat Pause enorm viel, obwohl ich ihr auch Tipps gegeben habe, was sie zuhause machen kann“, berichtet Marion Süttinger.

Neben dem Fitnessstudio kann in normalen Zeiten auch im privaten Fitnessraum der beiden oder im Freien trainiert werden. „Unsere Klienten haben die freie Wahl. Einige schämen sich vielleicht, in ein Fitnesscenter zu gehen und ihren Körper vor anderen trainierenden Sportlern zu zeigen. Dann machen wir die Stunden entweder bei ihnen zuhause oder bei uns.“

Dort, im privaten Fitnessraum des Paares, hängen neben Postern von Sly Stallone auch Bilder von Männern und Frauen, die schon über einen längeren Zeitraum mit Christian und Marion arbeiten. „Stallone ist zwar für mich ein Vorbild“, sagt Christian Süttinger, „aber eine Frau Mitte zwanzig kann sich damit wahrscheinlich schwer identifizieren. Wenn sie aber andere Frauen, die wir trainieren, in Rückenpose sieht, mit muskulösem Bizeps und definierter Rückenpartie, dann ist das für sie greifbar und motivierend und sie merkt, dass ihr Traumkörper möglich ist.“

Two steps to heaven sind es laut der Internetseite (twostepstoheaven.at) von Marion und Christian Süttinger, bis der jeweiligen Traumköper Realität wird sowie zu den Glücksmomenten, die sich nach jedem absolvierten harten Training einstellen. „Unser Ziel ist es, dass unsere Kunden mit einen himmlischen Glücksgefühl unsere Einheiten verlassen. Und wir beide, Marion und ich, sind, so der Gedanke, die zwei Stufen, die sie dorthin führen.“