Post-Zustellung macht Probleme. Nicht immer kommen Briefe und Pakete dort an, wo sie sollen. Was in solchen Fällen zu tun ist, erklärt David Weichselbaum, Pressesprecher der Österreichischen Post.

Von Christian Artner. Erstellt am 28. September 2019 (03:17)
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Post Postbote Briefträger Symbolbild
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Postbotin oder Briefträger verrichtet eine eher undankbare Arbeit. Landen die Briefe pünktlich im Postkasten und werden die Pakete mit viel Geduld an der Wohnungstür abgegeben, gibt es kaum lobende Worte, ein förmliches Dankesehr ist oftmals das höchste der Gefühle.

Zu selbstverständlich ist der Service, der von den Herren und Damen in Gelb-Schwarz verrichtet wird. Kommt es allerdings in der Auslieferungskette zu Fehlern, ist der Ärger, wenngleich er aus Sicht des Betroffenen durchaus nachvollziehbar ist, groß und laut.

„Die Post in Neudörfl ist zur Zeit eine Katastrophe"

In Neudörfl äußerten in den vergangenen Tagen, ausgelöst durch einen Fall, bei dem ein laut Absender zugestelltes Paket nicht aufgefunden werden konnte, einige Bürger in den sozialen Medien ihren Unmut: „Die Post in Neudörfl ist zur Zeit eine Katastrophe. Wir bekommen kaum etwas. Einmal haben wir uns sogar extra wegen einem Paket freigenommen und dann hat der Zusteller nicht einmal geläutet und gleich den gelben Zettel eingeworfen. Das Paket wurde erst zwei Tage später bei der Poststelle abgegeben.“

Jemand anderer schreibt: „Ich habe mein Auto im Jänner angemeldet und im Mai die Polizze zugestellt bekommen – mit Datum Jänner. Da fragt man sich schon, was da schief läuft.“ Auch Bürgermeister Dieter Posch wurde schon einmal unfreiwillig zum Briefträger umfunktioniert: „Ich habe erst letztens wieder einen Brief aus meinem Postkasten gefischt und ihn dort hingebracht, wo er wirklich hingehört. Als man damals unbedingt die Post privatisieren wollte, wurden zwar einige Leute reich, aber die Zusteller haben anscheinend keine Zeit mehr und geraten immer stärker unter Druck.“

„Ich habe erst letztens wieder einen Brief aus meinem Postkasten gefischt und ihn dort hingebracht, wo er wirklich hingehört"

David Weichselbaum, Pressesprecher der Österreichischen Post AG, hat sich auf Anfrage der BVZ mit den Postauslieferungen in Neudörfl beschäftigt: „Wir haben geprüft, konnten aber in letzter Zeit kein erhöhtes Beschwerdeaufkommen feststellen. Wir haben aber trotzdem mit unseren Zustellern gesprochen und noch einmal auf die Wichtigkeit einer ordnungsgemäßen Zustellung hingewiesen.“ Sollte ein Haushalt tatsächlich Probleme mit falsch zugestellten Briefen oder Paketen haben, rät Weichselbaum, sich an den Kundenservice der Post zu wenden.

„Mit einer Sendungsnummer können wir im Detail prüfen, wo eventuell ein Fehler aufgetreten ist.“ Gänzlich ausschließen könne man selbstredend nicht, dass in Einzelfällen etwas falsch ausgehändigt wird, werden doch jährlich österreichweit 730 Millionen Briefe und 108 Millionen Pakete verschickt. Davon entfallen etwa 16.000 Briefe und 4.000 Pakete monatlich auf die Gemeinde Neudörfl.

Vom Paketverteilzentrum in Hagenbrunn im niederösterreichischen Bezirk Korneuburg, das im Sommer neu eröffnet wurde, werden die Pakete direkt in die Paketzustellbasis in Neudörfl weitergeleitet. Sämtliche Briefsendungen gelangen vom Verteilzentrum in Wien in die Zustellbasis in Wr. Neustadt, von wo die Mitarbeiter die Sendungen abholen und an die Haushalte ausliefern.

Dass die Postboten in Neudörfl allerdings eine gute Arbeit leisten, lässt sich aus den einzelnen Meldungen ebenfalls herauslesen: „Im Allgemeinen habe ich keine Probleme.“ Das eingangs erwähnte Paket tauchte übrigens zwei Tage später wieder auf. Es wurde eine Straße weiter abgegeben und dem anfänglichen Ärger wich Wohlgefallen.