Sind Wohnungen zu günstig?. Mieter muss 28.000 Euro zahlen um eine Gemeinde wohnung von rund 70 Quadratmeter ins Eigentum zu übernehmen.

Von Sandra Koeune. Erstellt am 20. Juni 2018 (13:25)
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Nicht Geldbörsen-freundlich: Für Wohnungen in Krems muss zumeist tief in die Tasche gegriffen werden.
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Die Frage, ob der Preis von rund 28.000 Euro (eine Wohnbauförderung von rund 4.500 Euro ist im Preis mitberechnet) für eine Gemeindewohnung von rund 70 Quadratmeter zu günstig ist, beschäftigte die Gemeinderäte. „Wieso sollen Familien sich nicht auch ein Eigentum leisten können?“, fragte Bürgermeister Dieter Posch (SPÖ).

Gemeinderat Robert Peterlik (FPÖ) kritisierte, dass die Gemeindewohnung weit unter Wert verkauft würden und bemerkte im Gemeinderat, er würde „30.000 Euro bieten“.

„Ich bin der Meinung, dass Gemeindewohnungen der Gemeinde erhalten bleiben sollten. Die Wohnungen werden weit unter Wert verkauft, eine Wohnung würde im freien Markt 80.000 Euro und mehr kosten. Wenn jemand die Wohnung verkauft, besteht das Risiko, dass diese später teuer vermietet wird. Zudem ist es nicht im Sinne der Gemeindekasse“, so Peterlik.

"Wenn Menschen schon lange bei uns wohnen, dann schlage ich aus ihnen kein Kapital.“

Die SPÖ warf der FPÖ vor, nicht für den „kleinen Mann“ zu sein. Dieter Posch erwiderte: „Der Verkaufspreis wird aufgrund eines gültigen Gemeinderatsbeschlusses berechnet. Bei uns wurde schon vor über 40 Jahren das Modell entworfen, dass Bürger Gemeindewohnungen, wenn sie über zehn Jahre dort wohnen, diese ins Eigentum übernehmen können. Ein Modell, welches später in ganz Österreich übernommen wurde. Wenn Menschen schon lange bei uns wohnen, dann schlage ich aus ihnen kein Kapital.“

Allerdings bemerkte Posch weiter: „Sollte jemand eine ehemalige Gemeindewohnung gewinnbringend verkaufen, macht mir das keine Freude, man soll aber die Möglichkeit haben, etwas für seine Nachkommen zu schaffen.“ Heutzutage werden keine Gemeindebauwohnungen mehr von der Gemeinde gebaut. Von den rund 300 Gemeindebauwohnungen sind laut Posch schon die Mehrzahl ins Eigentum übernommen worden. „Allerdings waren die Wohnungen ja auch zuvor nicht frei, sondern wurden langjährig von den Mietern bewohnt“, ergänzt Posch. Der Beschluss die Wohnung zu verkaufen wurde mehrstimmig beschlossen. Die FPÖ stimmte dagegen.