Ehefrau betäubt und missbraucht? Freispruch nach Ehestreit

Erstellt am 29. April 2022 | 05:32
Lesezeit: 2 Min
Gericht Eisenstadt Justizzentrum Eisenstadt Burgenland Prozess Urteil Symbolbild
Ort des Prozesses: Das Justizzentrum Eisenstadt.
Foto: Werner Müllner
Fall im Nordburgenland: 30-jähriger afghanischer Staatsbürger wurde von seiner Ehefrau schwer beschuldigt. Freispruch im Zweifel.
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Anfang Juni 2020 soll ein afghanischer Staatsbürger seine Ehefrau mit einer unbekannten Substanz betäubt und danach ihre Wehrlosigkeit ausgenützt haben, um an ihr den Geschlechtsverkehr zu vollziehen.

Vorige Woche stand der 30-jährige Mann wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person vor Gericht. Er bekannte sich nicht schuldig.

Gattin suchte Zuflucht im Frauenhaus

Die Frau hatte den Mann nach dem Vorfall verlassen und im Frauenhaus Zuflucht gesucht.

Sie hatte berichtet, dass sie wie jeden Morgen bereitgestelltes Wasser getrunken und danach ihr Morgengebet verrichtet habe. Danach habe sie sich wieder ins Bett gelegt und sei eingeschlafen.

Als sie wieder erwachte, sei sie entkleidet gewesen und habe Blut an ihrem Körper bemerkt.

Ihr Ehemann habe gesagt: „Du bist meine Ehefrau, ich darf mit dir machen, was ich will.“

Der 30-Jährige berichtete vor Gericht, er sei 2015 nach Österreich geflohen und habe seine muslimische Frau 2020 nachgeholt.

Sie sei nicht damit einverstanden gewesen, dass er in der Zwischenzeit zum Christentum konvertiert sei.

Religionswechsel soll Ehefrau gestört haben

Die Frau habe ihn als „Ungläubigen“ bezeichnet und ihn gemieden.

Seit dem Vorfall lebte das Ehepaar getrennt. Die Scheidung wurde im September des Vorjahres vollzogen.

Im Zweifel wurde der afghanische Staatsbürger von den gegen ihn erhobenen Vorwürfen freigesprochen. Die Angaben der Frau waren für das Gericht zu ungenau gewesen.

Das Urteil ist rechtskräftig.

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