Knalleffekt in der FPÖ-Stadtgruppe Mattersburg. Die öffentlichen Überlegungen von Klubobmann Johann Tschürtz über eine allfällige (parteifreie) Kandidatur bei der nächsten Bürgermeister- und Gemeinderatswahl samt anschließender Diskussion hat jetzt handfeste Konsequenzen ausgelöst.

Von Redaktion BVZ.at. Erstellt am 23. Januar 2021 (15:25)
Sigi Steiner
FPÖ Mattersburg

Stadtparteiobmann und Gemeinderat Siegfried Steiner erklärte seinen Parteiaustritt. Weitere Austritte führen wahrscheinlich zur Auflösung der FPÖ-Stadtgruppe.

Steiner, der einzige FPÖ-Gemeinderat in Mattersburg, begründet seinen Schritt mit dem Verhalten der Parteispitze. Tschürtz hatte seine öffentlichen Überlegungen ohne vorherige Absprache mit den örtlichen Freiheitlichen angestellt, Steiner daraufhin klargestellt, dass es in Mattersburg auch bei der Wahl 2022 eine deklarierte FPÖ-Kandidatur geben müsse.

„Meine Klarstellung in Richtung Tschürtz hat mir keinen Anruf, nein, aber eine schriftliche Verwarnung von Landesparteiobmann Petschnig eingebracht, also die Androhung meines Parteiausschlusses. Das habe ich nach einem Vierteljahrhundert als FPÖ-Mitglied nicht notwendig. Die Parteiführung bekämpft scheinbar jeden, der ihnen nicht blindlings folgt. Wenn man zu jenen gehört, die ihre freie Meinung öffentlich sagen, ist es überhaupt gleich ganz vorbei. Das ist das Gegenteil von dem, wofür ich zur FPÖ gegangen bin“ berichtet Steiner.

Gemeinderat Siegfried Steiner - sein Mandat wird er übrigens weiterhin ausfüllen - sieht für die Zukunft der Blauen schwarz: „Mir blutet das Herz, aber wenn die neue Landesparteiführung weiterhin die FPÖ-Burgenland spaltet, Ehrenamtliche, die ihre freie Meinung sagen und kritisch hinterfragen, hinausschießt und mit niemandem redet, kann das nicht gut gehen.“

Neben Steiner verlassen auch weitere Mitglieder aus Mattersburg die FPÖ. Die Stadtgruppe hat sich de facto aufgelöst, die Freiheitlichen stehen jetzt ohne Mandat da. „Wenn sie so weitermachen, ist das nur der Anfang vom Ende“, befürchtet Steiner, der seine Arbeit im Gemeinderat für Bürger und Stadt bis zur Wahl 2022 jedenfalls unvermindert fortsetzen wird.