Widerstand gegen Bau in Forchtenstein. Zwischen Höhenstraße und Stauseestraße wird eine OSG-Siedlung mit 30 Einheiten entstehen – Anrainer üben Kritik am Bauvorhaben.

Von Richard Vogler. Erstellt am 12. Juni 2021 (04:00)

Der geplante Neubau einer OSG-Siedlung in Forchtenstein stößt bei den Anrainern auf Widerstand. Der Grund, auf dem der Bau umgesetzt werden soll, steht im Besitz der Urbarialgemeinde, von der die OSG das Areal pachtet. „Auf einer wundervollen, großen Wiese mit hundertjähriger Linde, mitten in einem sehr ruhigen Wohngebiet und gleich neben dem Wald, soll ein OSG Bau entstehen! Mit über 30 Wohneinheiten ohne Rücksicht auf die Familien, die seit Generationen hier leben, ohne Rücksicht auf Hangwasser-, Kanal-, und vor allem Verkehrsproblematik, die so eine Menge Haushalte auf so einem kleinem Fleck mit sich führen werden“, berichtet eine Anrainerin.

„Haben bei Platzregen oft Wasser stehen“

Die Siedlung soll zwischen Höhenstraße und Stauseestraße entstehen. Geht es nach dem Anrainer, so ist die Hanglage ein weiteres Argument gegen die 30 Wohneinheiten. „Wir haben bei Platzregen oft Wasser stehen in dem Querteil der ‚Siedlung‘ und am Wasserbuch sieht man auch gut, dass die Wiese Hangwasser abfängt. Alle Nachbarn sind schockiert über das Vorhaben, auch fürchten wir alle den plötzlichen Mehr-Verkehr in unserem beschaulichen Grätzel, das nicht gemacht ist als so stark bewohnte/befahrene Gegend, zu schmale oder gar keine Gehsteige mal außen vor. Es sind die Jungen geblieben, um hier ihre Familien zu gründen, haben die Häuser der Eltern oder Großeltern übernommen, und jetzt soll diese wirklich ruhige Gegend so dermaßen ‚befüllt‘ werden.“

Forchtensteins Bürgermeisterin Friederike Reismüller hält fest, dass das „Areal schon länger Bauland ist, das wussten einige Anrainer, schon bevor sie sich dort angesiedelt haben. Das Bauvorhaben wird in einem bebauten Gebiet umgesetzt und die OSG wird sich natürlich an alle Vorschriften beim Bau halten.“ Für Alfred Kollar, Geschäftsführer der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft, ist es nachvollziehbar, dass „die unmittelbaren Nachbarn keine Freude haben, wenn anstelle eines unbebauten Grundstückes eine Wohnsiedlung hinkommt.“ Auch der OSG-Chef verweist jedoch auf die Tatsache, dass „dies Bauland ist. Wir werden uns auch innerhalb der Bauvorschriften bewegen. Es ist nicht so, dass das Bauland irgendwo an der Peripherie ist, sondern mitten im verbauten Gebiet. Rechts, links, oberhalb, unterhalb sind Häuser. Mehr Familien bedeuten mehr Verkehr, das ist keine Frage.“ Bei der Planung wurde laut Kollar mit speziellen Maßnahmen auf die Grundstückslage Bedacht genommen. „Auf der Straße gibt es nur eingeschoßige Gebäude, wobei dies Einzelkörper sind. Dadurch gibt es Freiräume, die den Ausblick für die Nachbarn weiter gewähren. Auch für das Regenwasser wurde eine eigene Lösung gefunden. Die Dächer und auch zum Teil die Parkplätze sind begrünt. Es gibt Retentionsbecken, durch welche Regenwasser gedrosselt in den Kanal abgeleitet wird.“