Diskussion um den „Sieberberg“

Für das Groß-Projekt der OSG bei der ehemaligen Martinischenke muss ein kleiner Teil des Sieberbergs weichen.

Erstellt am 28. Februar 2019 | 04:09
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Kritik. Lilly Mendoza und Werner Graser am Sieberberg.
Foto: BVZ

Die BVZ berichtete bereits vom großen Bauprojekt der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft: Am Areal der ehemaligen Martinischenke wird es 18 Wohneinheiten, eine Apotheke, eine Drogerie geben, ein Geschäftslokal ist vorgesehen und Arztordinationen sind geplant. Für die dort vorherrschende Parkplatznot wurde vor kurzem auch eine Lösung gefunden: Vom bestehenden „Sieberberg“ wird ein kleiner Teil, gegenüber dem Billa, weichen und dort werden 30 Parkplätze errichtet.

"Das ist nicht die beste Lösung für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt.“

Dies geht den Mattersburger Grünen gegen den Strich. „Im Stadtentwicklungsplan der Gemeinde Mattersburg (Step 2030) ist in der Feldgasse ein Gebiet als Grünkorridor und als städtischer Grünraum ausgewiesen. Nun soll genau dort ein Parkplatz gebaut werden. Dagegen wehren sich die Grünen Mattersburg vehement“, so Grünen-Chef Werner Graser, um weiter auszuführen: „Dieser Grünraum ist eine wichtige Lunge in der stark verbauten Innenstadt. Je mehr Boden versiegelt wird, desto wärmer wird es im Siedlungsraum. Es kann nicht Anliegen der Stadtgemeinde sein, dass so ein wichtiger Naturraum für wirtschaftliche Vorteile eines Bauträgers geopfert wird. Das ist nicht die beste Lösung für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt.“

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Mattersburgs Bürgermeisterin entgegnet: „Auch wenn dies im Stadtentwicklungsplan als Grünkorridor ausgewiesen ist – er ist im Besitz der ÖBB und diese verkauft diesen Teil der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft. Jeder kann mit seinem Grund nun einmal machen, was er will und die Oberwarter Siedlungsgenonssenschaft braucht pro Wohnung zwei Parkplätze“, hält Salamon fest.

„Wir alle kennen die Parkplatzsituation und man muss auch sagen, dass in Mattersburg sehr wohl versucht wird, nicht alles zuzuasphaltieren. Sehr gute Beispiele sind eben das Bauprojekt der ehemaligen Martinischenke oder auch das MEZ. Hier wird ein alter Bestand verwendet, um neuen Wohnraum zu schaffen.“

„Wenn man die Attraktivierung der Innenstadt haben und dann fordern will, dass man nichts verändert – so etwas kann ich gar nicht nachvollziehen"

OSG-Geschäftsführer Alfred Kollar tönt ins selbe Horn: „Wenn man die Attraktivierung der Innenstadt haben und dann fordern will, dass man nichts verändert – so etwas kann ich gar nicht nachvollziehen. Genau das, was die Grünen wollen, macht die OSG: Wir nutzen bei vielen Projekten, in Mattersburg etwa auch bei der ehemaligen Martinischenke und das MEZ, bestehende Bausubstanz um dort was Neues zu schaffen, für das Verhalten der Grünen habe ich kein Verständnis. In heutigen Zeiten ist das Auto einmal ein wesentlicher Bestandteil des Lebens, das müssen die Grünen einmal einsehen.“