Corona-Impfung nicht nur für Bewohner. Übriggebliebener Impfstoff wurde in Draßburger Pflegeheim an „dem Haus nahestehende Personen“ verimpft.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 08. April 2021 (05:15)
Heimbewohner waren die Ersten, die gegen Corona geimpft wurden. Aber nicht nur sie sollen im Jänner Impfungen erhalten haben.
Symbolfoto: shutterstock.com, Symbolfoto: shutterstock.com

Gerüchten zufolge wurden im Pflegekompetenzzentrum Draßburg Personen geimpft, die laut Covid-19-Impfplan dafür noch nicht vorgesehen gewesen wären.

Die BVZ bat dazu Anna Maria Matzka, Wohnbereichsleiterin des vom Samariterbund betriebenen Pflegekompetenzzentrums Draßburg, um eine Stellungnahme.

„Es ging überstürzt“, sagt Anna Maria Matzka. „Am 2. Jänner bekam ich einen Anruf, dass ich Impfdosen bestellen sollte.“

„Keine Übermengen bestellt“

Sie habe dann aufgrund der ursprünglich genannten fünf Dosen pro Fläschchen Pfizer/Biontech-Impfstoff die Bestellung für die Impfung der Heimbewohner, für die Personen im „betreuten Wohnen“ und für das Personal berechnet. „Übermengen“ seien nicht bestellt worden.

„Bei den ersten Impfungen stellte sich dann heraus, dass pro Fläschchen sechs und sogar sieben Dosen herausgehen“, berichtet die Wohnbereichsleiterin.

„Wir haben dann geschaut, dass wir Leute mobilisieren“, beschreibt sie die weitere Vorgangsweise.

Man habe wegen der Haltbarkeit des Impfstoffes dafür „ein paar Stunden Zeit“ gehabt. „Es ging überstürzt“, so Matzka.

Geimpft wurden „dem Haus Nahestehende“

Mit den übrig gebliebenen Impfdosen seien dann „dem Haus nahestehende Personen“ geimpft worden, sagt Anna Maria Matzka. „Wer das war, dazu sage ich nichts.“ Auch zur Anzahl der zusätzlich geimpften Personen wollte sie keine Auskunft geben.

„Zu diesem Zeitpunkt war das eine korrekte Vorgangsweise“, setzt sie hinzu. Die Situation damals sei nicht mit dem Wissensstand von heute vergleichbar. „Anfangs war es null koordiniert“, sagt Matzka.

Als Mitte Jänner bekannt wurde, dass sich z. B. Bürgermeister bei Impfungen „vorgedrängelt“ hatten, seien „die Wogen österreichweit hochgegangen“, so die Wohnbereichsleiterin. Die Liste der im Draßburger Heim geimpften Personen sei daraufhin an die Landesregierung geschickt worden.

Bei der zweiten Teilimpfung sei die Verwendung übriggebliebener Impfdosen von der Landesregierung koordiniert worden. „Die haben jemanden bestimmt, und der ist dann hergekommen“, berichtet Matzka.

Von einer Anzeige wegen der Impfung an hausfremde Personen wisse sie nichts, so Anna Maria Matzka. Seitens der Polizei wurde bestätigt, dass eine solche Anzeige nicht erstattet wurde. Zudem gebe es keinen Anhaltspunkt für einen strafrechtlich relevanten Tatbestand.