Susanne Steiger-Moser lässt Geschichte lebendig werden. Die Historikerin Susanne Steiger-Moser hat Entwicklung der Burgenländischen Gewerkschaft in Buchform festgehalten.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 17. November 2017 (05:11)
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Im Studierzimmer. Susanne Steiger-Moser bei sich zuhause in Pöttsching. Vor ihr ausgebreitet jene Fragekarten, die in den berufsbildenden Schulen verwendet werden.
BVZ, Judith Jandrinitsch

Susanne Steiger-Moser und die Gewerkschaftsbewegung: Dass sich die promovierte Historikerin in ihrer wissenschaftlichen Arbeit immer wieder mit Themen rund um die Sozialdemokratie beschäftigt, ist kein Zufall. Sie hält fest: „Ich habe zu einer Zeit studiert, als es durch die Bildungsreform von Bruno Kreisky möglich wurde, dass breitere Schichten der Bevölkerung studieren konnten. Das habe ich bis heute nicht vergessen, und ich halte es für wichtig, das Wissen um historische Zusammenhänge lebendig zu halten.“

Geschichte soll von allen verstanden werden

Wichtig ist ihr dabei aber nicht, für Gelehrtenzirkel zu publizieren. „Ich möchte, dass meine Ausführungen von allen verstanden werden. Das größte Kompliment für mich ist gewesen, als mir ein Maurer gesagt hat, als ich das Museum für Baukultur in Neutal neu konzipiert habe, dass es sich um eine tolle Ausstellung handelt.“ Susanne Steiger-Moser möchte ihre Erkenntnisse so weit herunterbrechen, dass sie sich in die Alltagsgeschichte einfügen und dass jeder damit etwas anfangen kann. Das gilt auch für ihre neueste Veröffentlichung.

Dazu erklärt sie: „Der ÖGB ist von selbst zu mir gekommen und hat Interesse daran bekundet, die Geschichte der Burgenländischen Gewerkschaftsbewegung aufzuarbeiten. Nicht nur die Zeit nach 1945, sondern wie die Gewerkschaft im Burgenland entstanden ist. Dabei darf man nicht vergessen, dass das Burgenland erst seit 1921 Teil von Österreich ist. Und dass daher manche Entwicklungen anders waren als in anderen Bundesländern.“ Susanna Steiger-Moser hat die Informationen zu dem Buch gemeinsam mit Gewerkschaftsschülerinnen und Schülern, Archivarbeit sowie nach Interviews mit Funktionärinnen und Funktionären recherchiert.

Schüler halfen bei der Recherche tatkräftig mit

Die Schüler von berufsbildenden Schulen will die Historikerin auch weiterhin ansprechen. Dazu hat sie das Fragespiel „Was war wann“ entwickelt, Fragekarten, mit deren Hilfe das Buch lebendig wird.

Sie erklärt: „Eine Aussage lautet z.B. Die Funktionäre versammelten sich erstmalig im Burgenland, dazu gibt es mehrere Antwortmöglichkeiten.“ Im Geiste beschäftigt sich Susanne Moser-Steiger schon mit dem nächsten Buchprojekt: „Ich möchte die Geschichte des im 18. Jahrhunderts geborenen Pöttschingers Anton David Steiger aufarbeiten, einem Bergbaupionier, der mythenumrankt zum Anton von Steiger aufstieg, nur in der ersten Gesellschaft verkehrte und doch völlig vereinsamt und verarmt starb.“