Reiche Trüffel-Ernte in Pöttsching. Die Burgunder Trüffel aus Pöttsching wurde durch den Verband der Naturparke Österreichs (VNÖ) als „Österreichische Naturpark Spezialität“ ausgezeichnet.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 15. August 2020 (05:22)
Martina Löffler, Marlene Hrabanek-Bunyai / GF Naturpark Rosalia-Kogelberg, Ronald Preissegger, Martin Mitteregger / Bürgermeister Pöttsching mit Lagotto romagnolo Hündin „Curley“.
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Das Team zertifizierter „Österreichischen Naturpark Spezialitäten“-Produzenten im Naturpark Rosalia-Kogelberg wächst weiter. Immer mehr Produkte werden gefunden, die durch ihre Produktionsart zum Erhalt der Kulturlandschaft beitragen und somit einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt leisten. Mittlerweile besteht das Team der Naturpark-Spezialitäten-Produzenten bereits aus 17 verschiedenen Anbietern aus dem Bezirk Mattersburg.

Seit Kurzem zählen auch die burgundischen Trüffeln von Roland Preissegger und Martina Löffler aus der Naturpark-Gemeine Pöttsching dazu. Die burgundische Trüffel ist ein Luxusgewächs, das ausschließlich auf trockenen, sandigen und kalkhaltigen Böden gedeiht. Genau diese Kriterien erfüllen die Flächen von Ronald Preissegger und Martina Löffler, die ursprünglich auf die Christbaumzucht spezialisiert waren. Rund drei Hektar werden mittlerweile als extensiv genutzte Baumbestände und Wiesen mit speziell mit den Burgunder-Trüffelsporen infizierten Laubbäumen in Pöttsching gepflegt. Nach 13 Jahren Hege der Kulturen wurde dieses Jahr durch den eigens ausgebildeten Trüffel-Suchhund der Familie eine reiche Ernte der schmackhaften und seltenen Pilzgewächse im Boden gefunden.

„Die Trüffeln wachsen in einer Tiefe von ca. 30 Zentimeter. Ob ein Baum trägt oder nicht ist ganz unterschiedlich und kann von Jahr zu Jahr variieren, dabei spielen Pflegemaßnahmen am Baum selbst und die Witterung eine erhebliche Rolle.“ Bei der Suche nach den Trüffeln ist keinerlei High-Tech notwendig, sondern ein speziell geschulter Trüffelhund, dessen feine Nase den Moschusduft des Pilzes im Boden erschnüffeln kann. „Unsere Curley ist mittlerweile ein wahrer Profi bei der Suche nach den schmackhaften, aromatischen Trüffelknollen und für uns unentbehrlich“, so Ronald Preissegger stolz auf seine achtjährige Lagotto-Hündin „Curley“.

Das Fruchtfleisch von Burgunder-Trüffeln ist sehr fest und hart, vergleichbar mit demjenigen von Kohlrabi oder Karotten und hat einen knoblauch- bzw. malzartigen Geruch.
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Burgunder-Trüffel besitzen kugelförmige oder knollige Fruchtkörper, die zwei bis neun Zentimeter im Durchmesser erreichen. Sie haben dunkelbraune bis schwarze Außenhaut, die aus pyramidenförmigen Warzen besteht. Das Fruchtfleisch ist sehr fest und hart, vergleichbar mit Kohlrabi oder Karotten und mit weißlichgrauen Adern durchzogen, die es wie eine Marmorierung erscheinen lassen. Jung ist das Fleisch weißlich und bei älteren Fruchtkörpern gelblich getönt. Der Pilz besitzt einen knoblauch- oder malzartigen Geruch.

Auch Bürgermeister Martin Mitteregger zeigt sich über diese und auch andere Spezialitäten aus der Gemeinde erfreut: „Mittlerweile haben wir in Pöttsching bereits drei Naturpark-Spezialitäten-Produzenten. Es ist wichtig, dass man Naturpark nicht nur sehen und erleben, sondern auch schmecken und verkosten kann.“

Verkauft werden die Naturpark-Trüffel an die gehobene Gastronomie aber auch an Heurigenbetriebe in der Umgebung, die die schmackhaften Knollen gerne mit traditionellen Speisen kombinieren und damit ihre Gäste begeistern. Ebenso kann man die Trüffel selbst sowie Trüffel-Öl, Trüffel-Butter ab Hof bei der Familie Preissegger in Pöttsching erhalten. „Besonderes kulinarisches Highlight dieses Jahr ist unsere Trüffel-Crème Caramel, die von den Heurigenbetrieben sehr gerne bestellt wird“, so Martina Löffler.

Die Geschäftsführerin des Naturparks und Biodiversitätsexpertin, Marlene Hrabanek-Bunyai, ist stolz auf die jüngste Auszeichnung und das ständig wachsende Naturpark-Team. „Innovative Produktideen wie die Burgunder-Trüffel in Pöttsching sind hervorragende Beispiele wie man mit extensiver Landnutzung wahre Genussschätze erzeugen kann. Die Vielzahl an unterschiedlichen Wirts-Bäumen für die Trüffel wie Haselbäume, Hainbuchen, Eichen und Föhren sowie die Wiesen rundherum dienen als wertvoller und artenreicher Lebensraum für eine Vielzahl von Kleinlebewesen und Insekten.“