Bienenlehrpfad erklärt das Leben der Bienen. Mit dem Bienenlehrpfad in der Nähe der Schuhmühle bekommt die Gemeinde eine neue, kleine Attraktion.

Von Christian Artner. Erstellt am 02. August 2019 (03:03)
Christian Artner
Herbert Grafl, Schattendorfer Imker aus Leidenschaft, mit Bürgermeister Johann Lotter.

Unweit von zwei Walnussbäumen, die bereits erste im grünen Fruchtfleisch heranreifende Nüsse tragen, in einer Art Hinterhof der Schuhmühle gelegen, steht auf einer sorgfältig gemähten Wiese ein unscheinbarer, ein Meter großer und zehn Zentimeter breiter Kasten aus Fichtenholz, getragen von vier Holzfüßen.

Sein Zweck ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich, bis die Aufmerksamkeit auf ein blaues Plastikteil gelenkt wird, das auf der Breitseite ein winziges Loch umrahmt. Es ist das Nadelöhr für etwa dreitausend Bienen. Dort fliegen sie in ihren vom Kasten geschützten Bau hinein und aus ihm heraus in die freie Natur, um Nahrung zu sammeln.

Den Bienenschaukasten hat in Kooperation mit der Gemeinde und Bürgermeister Johann Lotter der Bienenzuchtverein Loipersbach-Schattendorf-Baumgarten-Draßburg aufgestellt. Das Bienenvolk, eine Gattung der Apis mellifera carnica stammt vom Schattendorfer Imker Herbert Grafl, der im Dorf auch einen kleinen Bio-Imkerladen betreibt und der gleichzeitig auch Obmann des Bienenzuchtvereins ist sowie als Bienenexperte für Führungen gebucht werden kann: „Wir haben hier einen kleinen Bienenlehrpfad gestaltet, der bei der Schuhmühle beginnt, über unser Insektenhotel führt, wo verschiedenste Insekten und Wildbienen beobachtet werden können, und als Höhepunkt den Bienenschaukasten aufweist“.

Neben dem Schaukasten wurde auch eine schmuckvolle Lehrtafel angebracht, auf der einiges Wissenswertes über Bienen zu erfahren ist. So etwa, dass Bienen über eine eigene Sprache verfügen.

„Befindet sich eine Nahrungsquelle in einer Entfernung von unter 100 Meter, führt eine Biene einen Rundtanz auf. Ist die Nahrungsquelle weiter entfernt, gibt es den Schwänzeltanz. Durch die Richtung des Tanzes zeigt sie ihren Artgenossen, wohin sie fliegen sollen und durch Anzahl der Schwänzelbewegungen gibt sie die Entfernung an. Je ertragreicher eine Nahrungsquelle ist, umso öfter wird der Schwänzeltanz wiederholt.“ Wer Geduld hat, kann diese Tänze, genauso wie die Bienenkönigin, die mit einem roten Punkt markiert ist, zu Gesicht bekommen.

Nicht nur die beiden Nussbäume befinden sich in unmittelbarer Nähe des Schaukastens, sondern auch Robinien, oder wie sie auch genannt werden: Falsche Akazien. Hier wird der sonst stets besonnene Grafl etwas ungehalten. „Die Rodung der Robinie wird von der Landesregierung gefördert, weil sie ein Neophyt ist, das heißt, sie ist nicht heimisch, wobei es sie schon seit vier- oder fünfhundert Jahren hier gibt.“ Das sei eine große Dummheit, weil sie für Bienen eine wichtige Nahrungsquelle bietet.

Bürgermeister Lotter ist jedenfalls froh, dass dieser Bienenlehrpfad gestaltet wurde: „Für die Gemeinde ist es eine weitere Attraktion für unsere Bürger, aber auch zur Belebung des Tourismus, neben anderen Wanderwegen, wie dem Kultur-, Wein- oder Archäologiewanderweg.“