Feuerwehr feiert 130 Jahre . Mit 130 Jahren zählt die Feuerwehr Schattendorf zu einer der ältesten Wehren im Burgenland. Dies ist ein Anlass zum Feiern.

Von Christian Artner. Erstellt am 12. Juli 2019 (12:57)
zVg
Das neue Feuerwehrhaus wurde 2010 eröffnet.

In Häuser hineinlaufen, dessen Mauern von berstenden Flammen bereits vollkommen verzehrt worden sind, um im letzten Moment, bevor das Gebäude krachend in sich zusammen stürzt, einen ohnmächtigen Menschen in den Armen hinauszutragen – das sei nicht das alltägliche Leben eines Kammeraden bei der Freiwilligen Feuerwehr in Schattendorf.

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„In amerikanischen Filmen kann man das vielleicht machen. Mit der Realität bei uns hat das allerdings nicht viel zu tun. Außerdem wäre es selbstmörderisch“, sagt Werner Bierbaum, Feuerwehrkommandant der Gemeinde. 16 Mal musste die örtliche Feuerwehr im ersten Halbjahr ausrücken, sowohl bei technischen als auch bei Brandeinsätzen. Zu Ersteren zählen beispielsweise Verkehrsunfälle, Sicherungsdienste oder Tierrettungen: „Vorige Woche war erst wieder ein Strohbrand. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.“

Die Häufigkeit von Bränden sei seiner Erfahrung nach in den letzten Jahrzehnten eher zurückgegangen, „obwohl wir dieses Jahr bereits vier kleinere Brände hatten. Die Haupteinsatzgebiete sind aber KFZ-Unfälle und Einsätze in Folge von Unwetter und starken Regenfällen.“

Diese allumfassende Hilfestellung wird in Schattendorf nunmehr schon seit 130 Jahren von den freiwilligen Helfern geleistet. 1857 wurde in Innsbruck die erste Freiwillige Feuerwehr auf österreichischem Staatsgebiet gegründet. Damit hat man zwar keine derart lange Tradition wie die Kollegen aus Tirol, „aber wir gehören sicherlich zu einer der ältesten Wehren im Burgenland.“ Und das ist allemal ein hinreichender Anlass, um am 20. Und 21. Juli gebührend zu feiern. „Es werden zwei ausländische Partnerfeuerwehren aus St. Oswald im Bayrischen Wald und dem ungarischen Fertöszentmiklos zu Gast sein, sowie einige Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft, und unser burgenländischer Landesbranddirektor LBD Alois Kögl hat auch zugesagt.“

Bierbaum, der mit zwölf Jahren den Floriani beitrat, ist seit 2012 Kommandant und leitet derzeit 107 Feuerwehrleute, davon 83 aktive Mitglieder, worunter sich auch neun Frauen befinden. „Jeder und jede ist in unserem Feuerwehrdienst ganz selbstverständlich und vollwertig integriert. Wir sind eine große Gemeinschaft.“

„Kameradschaft, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit stehen ganz oben"

Charakterliche Eigenschaften, die dieser Gemeinschaft förderlich sind, zählen zugleich zu den Haupttugenden, die jeder einzelne mitbringen sollte, wolle er oder sie der Feuerwehr beitreten: „Kameradschaft, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit stehen ganz oben. Letztendlich muss man sich in einer Ernstsituation immer auf den anderen verlassen können. Im schlimmsten Fall geht es um Leben oder Tod.“

Als Helden des Alltags werden Feuerwehrleute, ob ihrer bedingungslosen Bereitschaft, zu helfen, häufig bezeichnet. Als Held fühlt sich der 50-Jährige aber nicht: „Es gibt sicher überall den einen oder anderen Kameraden, der sich als Held fühlt. Das Schöne an dieser Tätigkeit für mich ist aber vielmehr die Dankbarkeit der Mitmenschen, die man empfängt. Wenn man zwei, drei Tage bei einem Hochwasser arbeitet und man bekommt von den Menschen zu Essen und zu Trinken, dann ist das schon ein gutes Gefühl und Lob und Anerkennung genug.“