Neudörfler Schiclub setzt auf Nachwuchsarbeit. Der Neudörfler Schiclub zählt mit seinen rund 380 Mitgliedern zu einem der größten im Burgenland. Erfolgreiche Schi- und Snowboardläufer erhielten hier ihre Ausbildung.

Von Christian Artner. Erstellt am 22. Februar 2020 (03:33)
Einige der Teilnehmer an den 53. Club- und Ortsmeisterschaften des Schiclubs Neudörfl. Im Bild links vorne: Der Obmann des Skiclubs und Vizepräsident vom burgenländischen Skiverband, Josef Töltl.
zVg

Schifahren und Neudörfl in einem Atemzug zu nennen, mutet zunächst ein wenig absurd an, ist doch das Neudörfler Umland nicht gerade für seine hügeligen Landschaften bekannt. Tatsächlich zählt aber der Neudörfler Schiclub, der 1978 gegründet wurde, zu einem der größten Burgenlands. „Sieht man sich allein die ÖSV-Mitglieder an, so sind wir einsame Spitze.“, erklärt Josef Töltl, Obmann des Schiclubs.

Insgesamt sind im Verein 380 Mitglieder eingeschrieben, 150 davon sind zugleich beim ÖSV. Dass es sich hier nicht nur um einen Hobbyverein handelt, sondern auch auf Leistung hin trainiert wird, zeigt das Beispiel des Wr. Neustädters Michael Stocker, der seit seinem fünften Lebensjahr für den Neudörfler Schiclub fährt und im Grasski unter anderem drei Medaillen bei Weltmeisterschaften und 27 Staatsmeistertitel gewann sowie Weltcupgesamtsieger wurde.

„Im Grasski-Nachwuchs ist auch Roland Schlögl, der heuer in Japan bei den Juniorenmeisterschaften antritt, um seinen Vizeweltmeistertitel zu verteidigen.“ Auch den Neudörfler Lukas Hofleitner, Jahrgang 2007, hebt Töltl als großes alpines Talent explizit hervor. „Im Snowboardbereich sind wir mit einigen jungen Talenten ebenfalls sehr gut aufgestellt.“

„Im Snowboardbereich sind wir mit einigen jungen Talenten ebenfalls sehr gut aufgestellt.“

Das Herzstück des Vereins ist demgemäß die Nachwuchsarbeit. „Unsere Kinder bekommen bei uns eine sehr gute Ausbildung. Langfristig besteht unser Ziel darin, dass unsere Läufer selbst zu Trainern ausgebildet werden, um unseren Nachwuchs in Zukunft noch besser betreuen zu können, denn ein großes Problem in unserer Region besteht darin, dass es eigentlich zu wenig Betreuer gibt.“

Trotz der Erfolge, die man ohne Zweifel vorzeigen kann, bleibt Töltl, der zugleich Vizepräsident vom burgenländischen Skiverband ist, realistisch. „Vor allem bei alpinen Bewerben ist es viel schwieriger, ganz vorne mitzumischen, ohne dass man eine Spezialschule besucht. Ein Vorarlberger Kind, das eine Minute bis zur Piste braucht, hat natürlich viel bessere Voraussetzungen als wir hier bei uns.“ Schifahren sei außerdem eine Sportart, die einiges kostet. Trotzdem hat die Begeisterung für den Wintersport seiner Erfahrung nach in den letzten Jahren nicht unbedingt abgenommen. „Man muss den Kindern aber etwas bieten, zum Beispiel dass in der Vorbereitungszeit, in der kein Schifahren möglich ist, etwas in der Halle gemacht wird.“

Vorletzten Sonntag fand die mittlerweile bereits 53. Orts- und Clubmeisterschaft in Wenigzell statt. „Leider hat uns heuer die Grippewelle erwischt, deshalb sind nur rund 50 Teilnehmer am Start gewesen. Sonst hatten wir immer 80 bis 100.“ Die, die daran teilnahmen, hatten jedenfalls großen Spaß, und viele der Schi- und Snowboardfahrer konnten sich darüber hinaus über Medaillen und Preise freuen. Ebenfalls eine wichtige Notiz: Alle Teilnehmer kamen unbeschadet im Ziel an.