Debatte um ärztliche Versorgung in Mattersburg. Nach der Kritik von Kinderarzt Kurt Kleinl kam es zu Kontras der SPÖ, auch die ÖVP reagierte noch einmal.

Von Richard Vogler. Erstellt am 18. Dezember 2019 (04:52)
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Die BVZ berichtete in der Vorwoche über die Kritik von Kurt Kleinl, Mattersburger Kinderarzt und ÖVP-Kandidat für die Landtagswahlen. In einer Pressekonferenz mit ÖVP-Landesparteiobmann Thomas Steiner und Landesgeschäftsführer Christoph Wolf kritisierte er die Zustände im Gesundheitswesen. Laut dem Mediziner hatte er an einem Tag 126 Patienten, eine Vertretung sei fast unmöglich zu finden, es wurde eine Änderung bei der Bundesländerquote beim Medizin-Aufnahmetest gefordert.

Nach Veröffentlichung des Artikels auf der BVZ-Homepage wurde auf facebook darüber heftigst diskutiert, einer SPÖ-Presseaussendung folgte eine weitere der ÖVP und letztlich gab es eine weitere Stellungnahme der SPÖ.

In der ersten SPÖ-Reaktion hielt Bezirksobmann und Landesrat Christian Illedits fest, dass es beschämend sei, „wenn auf dem Rücken von fürsorglichen Eltern mit deren Ängsten und Sorgen gespielt wird. Faktum ist, dass der besagte Arzt nur an 20 Stunden pro Woche seine Ordination offen hat. Das ist die Untergrenze für einen Kassenvertragsarzt. Zusätzlich arbeitet er auf privater Basis in verschiedensten Verwendungen.“ Illedits verwies weiters auf Maßnahmen im Gesundheitsbereich wie die installierten Akutordinationen, Stipendien und Förderungen für MedizinstudentInnen oder auch die Anschaffung eines zweiten Rettungshubschraubers wie auch jährliche kostenlose Vorbereitungskurse für angehende Medizinstudenten.

Die ÖVP-Pressestelle reagierte rasch: „Alle burgenländischen Kinderärzte bis auf einen ordinieren mit 20 Stunden. Das hat nichts mit dem Einsatz, den Arbeitsstunden oder den Leistungen zu tun“, wurde in der Aussendung festgehalten. „„Das ist SPÖ-Einschüchterungstaktik. Es ist eine Frechheit, wie Experten, die für ihren Bereich Verbesserungsvorschläge bringen, persönlich angegriffen und diffamiert werden. Wir brauchen Menschen, die die Gesundheitsbranche nicht nur von der Theorie kennen“, so Wolf. „Wir brauchen Menschen aus der Praxis und keine Berufspolitiker wie Illedits. Dr. Kleinl ist ein hervorragender Arzt, der seine Expertise einbringen will um das heimische Gesundheitssystem noch besser zu machen. Tausende Familien vertrauen ihm seit Jahrzehnten ihre Gesundheit an.“

Schlussendlich nahm noch einmal Illedits Stellung zur Angelegenheit: „Es ist nicht zu verstehen, dass die Kinderordinationszeiten nur die von der Sozialversicherung vorgeschriebene Minimalöffnungszeit von 20 Stunden haben. Dieses Problem könne einzig und allein Doktor Kleinl in seiner Eigenverantwortung lösen, indem er seine Ordinationszeiten ausdehnt. Was Eltern oft nicht wissen, ist, dass es ganz alleine dem Arzt obliegt, längere Öffnungszeiten einzurichten.“