Sensations-Sieg für Gradwohl

Nach 25 Jahren wird Altbürgermeister Vinzenz Jobst (ÖVP) abgelöst: Interne Konflikte innerhalb der ÖVP sollen Mitschuld sein.

Sandra Koeune Erstellt am 05. Oktober 2017 | 12:04
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Team. Andreas Wagner, Michael Löffler, Inge Pehm, Erich Fraunschiel, Andreas Gradwohl, Stefan Rieger (Ersatzmitglied), Manuel Supper, Melissa Reisner, Patrick Kurz und Anton Kollerits (v.l.) sind bereit für den Gemeinderat.
Foto: BVZ

Seit 1957 stellt die ÖVP den Bürgermeister in Sieggraben, 25 Jahre davon regierte Vinzenz Jobst (ÖVP) als Bürgermeister. Umso größer war die Freude der SPÖ, als das Wahlergebnis bekannt wurde. Andreas Gradwohl konnte 51,6 Prozent der Wahlstimmen für sich gewinnen und wird neuer Bürgermeister: „Wir sind Bürgermeister“, verkündete er überglücklich und feierte mit seinem Team in der Konditorei Taschner.

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Daumen hoch. Inge Pehm, Bürgermeister Andreas Gradwohl und Landtagspräsident Christian Illedits (v.l.) feierten mit zahlreichen Anhängern und Freunden den Sieg der SPÖ in Sieggraben.
BVZ, Sandra Koeune

Der 36-jährige Neubürgermeister war fünf Jahre Vizebürgermeister und ist seit 15 Jahren im Gemeinderat tätig: „Endlich können wir die Früchte unserer Arbeit ernten. Das Ergebnis ist einfach geil. Es hat keiner geglaubt, dass wir Geschichte schreiben“, erklärt Gradwohl. Die SPÖ erreichte in der Gemeinderatswahl neun Mandate. Wegen der Reihung werden vorläufig Andreas Wagner, Patrick Kurz, Michael Löffler, Manuel Supper und Melissa Reisner neue Gemeinderäte der SPÖ.

Allesamt jünger als der neue Bürgermeister. Ein Generationswechsel ist im Gange; auch bei der ÖVP wird es Veränderungen geben: „Das Ergebnis ist sicher enttäuschend, aber ich nehme es zur Kenntnis. Es gab interne Konflikte in der ÖVP. Vielleicht haben die Bürger nach 25 erfolgreichen Jahren aber auch genug von mir als Bürgermeister. Ich werde in all meinen Funktionen zurücktreten“, erklärt Vinzenz Jobst.

David Kovacs tritt nicht zurück

Nicht zurücktreten wird laut eigener Aussage ÖVP Obmann David Kovacs. Nachdem die SPÖ und ÖVP jeweils neun Mandate erreichten, bekommt das Mandat von Zukunft Sieggraben (ZS) mit Friedrich Rauter eine besondere Gewichtung: „Ich bin im Freudentaumel. Es war Zeit für einen Wechsel. Ich werde mir alle Ideen anhören und mich im Gemeinderat einbringen“, erklärt Rauter, der zum ersten Mal im Gemeinderat vertreten ist.