Anonymer „Keiltreiber“ macht "SPÖ nur noch stärker". Brief über Abspaltung einer linken Bürgerliste erreichte die Medien. SPÖ-Fraktion Sigleß weist Gerüchte zurück.

Von Matea Nikolic. Erstellt am 01. Mai 2019 (04:16)
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Mit einer Stellungnahme entgegnete Bürgermeister Josef Kutrovatz dem anonymen Schreiben.
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Kürzlich wurde ein anonymer Brief an diverse Medien versandt, in dem behauptet wird, dass sich Teile der SPÖ-Ortsfraktion abspalten und sich in einer „linken Bürgerliste“ neu formieren würden.

„Wir, die echten Linken in Sigleß, spalten uns von der SPÖ-Fraktion ab. Wir haben auch sechs Gemeinderäte, welche sich uns anschließen werden“, sind die einleitenden Worte des anonymen Schreibens. Die GemeinderätInnen und Gemeindevorstände werden im Schreiben als „karrieregeile Opportunisten“ und „Rechtsrechte in der roten Fraktion“ bezeichnet.

Diese Vorurteile werden seitens der SPÖ-Ortsvorsitzenden zurückgewiesen, Kitzinger steht klar hinter ihren GemeinderätInnen: „Mit absoluter Sicherheit kann ich garantieren, dass sich kein einziger Gemeinderat der SPÖ einer anderen Partei anschließen wird. Innerhalb der gesamten Ortsfraktion herrscht ein allgemeiner Konsens über sozialdemokratische Werte, Pflichten und Ziele, die wir als Gemeinschaft repräsentieren und verfolgen.“ Dem anonymen Schreiben zufolge sei nur die Karriere der Vorsitzenden wichtig und Sigleß würde von diesem SPÖ-Vorstandsclan gegen die Wand gefahren.

Vizebürgermeisterin Ulrike Kitzinger steht ganz klar hinter ihren GemeinderätInnen.
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„Wir jedoch wollen echte Linke sein – für unser Sigleß mit intellektuellem Anspruch anstatt einer Beamten-SPÖ, die von einem echten Arbeiter keine Ahnung hat“, führt der anonyme Schreiber weiter aus. Kitzinger nahm Stellung: „Mit diesem Brief wird versucht, eine funktionierende rote Fraktion zu spalten und zu schwächen. Der einzige Effekt, der dabei erzielt wird, bewirkt genau das Gegenteil – nämlich eine Stärkung des Zusammenhalts innerhalb der Fraktion.“

Auch Bürgermeister Josef Kutrovatz versichert: „Der von uns eingeschlagene Weg war für die Weiterentwicklung der Gemeinde wichtig und richtig. Daher werden wir uns auch in Zukunft nach bestem Wissen und Gewissen für die ganze Bevölkerung einsetzen“.

Zur Faschingszeit erreichte die Bewohner bereits ein anonymes Flugblatt vom „Gmoatrommler“, in welchem Vereinsobmänner und die Ortsfraktionen bekrittelt wurden. Ob dieser Brief, der nicht die Haushalte, sondern nur die Medien erreichte, eine Fortsetzung zum „Gmoatrommler“ ist, wird nicht ausgeschlossen. Der anonyme Schreiber sorgt jedoch für Spannung: „Unser Team, die Gemeinderäte, die die restliche Gemeinderatsperiode weitermachen werden, und weitere Mitglieder werden wir in naher Zukunft vorstellen! Für Überraschung ist gesorgt.“