„Schönheit der Natur“: „KUNZT“ will Bruckschwaiger-Werke pflegen

Erstellt am 26. Juni 2022 | 05:36
Lesezeit: 4 Min
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Simon Bruckschwaiger, der Obmann des Vereins.
Foto: vereinkunzt.at
Der Verein „KUNZT“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kunstwerke von Heinz Bruckschwaiger zu erhalten.
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Der Verein „KUNZT“ aus Sigleß wurde mit dem Ziel gegründet, die Landschaftskunstwerke von Heinz Bruckschwaiger zu pflegen und zu erhalten. Der Name des Vereins steht für „Kunst und Natur zusammentragen“. Es geht also darum, Kunst und Natur zu erspüren, zu erleben und zu genießen.

Heinz Bruckschwaiger war besonders für seine Landschaftsprojekte im ganzen Burgenland bekannt. Er wurde am 20. März 1944 geboren. Im März 2019 verstarb er im Alter von 75 Jahren.

Der Künstler kam ursprünglich aus der Architektur und absolvierte auch eine Schauspiel-Ausbildung, bevor er sich dazu entschloss, an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien Bildhauerei zu studieren. Er war auch am Theater der Jugend in Wien und als technischer Zeichner tätig. Im Jahr 1991 machte er sich dann als freischaffender Künstler selbstständig.

Landschaftsprojekte als Kunst und Rückzugsorte

Im ganzen Burgenland verteilt gestaltete er 21 Landschaftsprojekte. Besonders wichtig war ihm dabei, in seinen Kunstwerken die Natur als Hauptakteur zu repräsentieren. und ihre Schönheit hervorzuheben. Eine der Besonderheiten, die in seiner Kunst eine große Rolle spielt, war auch die Zeit. Diese lässt die Werke sozusagen weiterwachsen.

Mit seinen Landschaftsprojekten erschuf Heinz Bruckschwaiger nicht nur Kunstwerke, sondern auch Rückzugsorte für jeden.

Sechs seiner Projekte sind in seiner Heimatgemeinde Sigleß zu finden. Der Verein Kunzt betreut vier davon und achtet darauf, sie sauber, instand und für alle zugänglich zu erhalten.

Die Himmelsleiter ist das erste Landschaftskunstwerk, welches der burgenländische Künstler erschaffen hat. Die Himmelsleiter entstand in den Jahren 1991 und 1992. Der Ursprung der Himmelsleiter liegt in der Bibelgeschichte von Jakob, der sich auf einer großen Steinplatte zum Schlafen legt und im Traum eine Leiter hinauf in den Himmel erblickt.

Alle zwei Jahre wird bei der Himmelsleiter das Musikfest gefeiert. Am Donnerstag vergangener Woche wurde, vom Verein Kunzt organisiert, das 10. Musikfest bei der Himmelsleiter gefeiert.

Die Zeit spielt in Bruckschwaigers Kunst immer eine große Rolle. In dem Werk „Zeitstuhl“ soll dies allerdings besonders deutlich werden. Hierfür hat er verschiedene Mittel eingesetzt. Zum einen die Sonnenuhr, die auf der Spitze des 2,5 Meter hohen Hügels angebracht ist und genau Richtung Süden zeigt. Zum anderen wird die Zeit durch den spiralförmigen Weg und die eigens dafür ausgewählte Bepflanzung symbolisiert. Denn in jeder Jahreszeit blüht ein anderer Strauch.

Schon während seines Studiums war Heinz Bruckschwaiger fasziniert von den fünf platonischen Körpern. Der Oktaeder in Sigleß ist der zweite von den insgesamt fünf platonischen Körpern, die Bruckschwaiger konzipiert hat. Er besteht aus zwei auf die Spitze gestellten, vierseitigen Pyramiden. Der Oktaeder hat knapp acht Meter Höhe. Vom Inneren hat man einen schönen Ausblick über die Landschaft und die umliegenden Ortschaften.

Bei seinen vielen Reisen nach Kanada hatte Heinz Bruckschwaiger die Idee für den „Siebenweidenkreis“. In diesem Kunstwerk spielt besonders das Wasser eine große Rolle. Mitten in einem großen Kreis von sieben Trauerweiden hat Heinz einen Platz geschaffen, der Ruhe bieten soll. Zwischen den Bäumen stehen sechs Holzbänke.

Idee entstand beim Heurigen

Die Idee für den Verein Kunzt entstand tatsächlich beim Heurigen. Es war ein paar Jahre, nachdem die Himmelsleiter errichtet und eröffnet worden war. An einem Abend beim Heurigen überlegte man, die Himmelsleiter freizukaufen, um sie für immer öffentlich zugänglich zu machen.

Um das Projekt „Freikauf der Himmelsleiter“ zu ermöglichen, sollte ein neuer Verein gegründet werden. Man wollte aber nicht nur dieses eine Mal Geld für den Freikauf der Himmelsleiter sammeln, sondern den Künstler von da an immer bei seinen Landschaftsprojekten unterstützen und begleiten.

Nach dem Tod von Heinz Bruckschwaiger im Jahr 2019 hatte man sich dazu entschlossen, den Verein weiterzuführen und die bestehenden Landschaftsprojekte zu pflegen.

Anfang Mai desselben Jahres wurde dann sein Sohn, Simon Bruckschwaiger, bei einer außerordentlichen Generalversammlung zum neuen Obmann gewählt. Helmut Neugebauer, der stellvertretende Obmann, gründete damals mit Heinz Bruckschwaiger den Verein.

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