Flüchtlingshilfe: „Sprache ist wichtig“

Flüchtlingskoordinatorin Raffaela Grasl vom „Team Schattendorf hilft“ erlebt viel Schönes aber auch einiges Trauriges.

Helga Ostermayer
Helga Ostermayer Erstellt am 23. Februar 2017 | 08:35
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Raffaele Grasl
Gemeinsam gefeiert. Raffaele Grasl und die kleine Hawraa feierten zusammen ihre Geburtstage.  
Foto: zVg

Viele schöne, aber auch viele traurige Momente erleben die Mitarbeiter des „Team Schattendorf hilft“ bei ihrer Arbeit mit den im Ort untergebrachten Flüchtlingen.

„Der Abschied fiel allen sehr schwer, als ein irakischer Flüchtling, der schon sehr gut bei uns integriert war – er hat sogar im vergangenen Jahr in einer Eisenstädter Apotheke ein Praktikum absolviert – trotzdem vor Kurzem einen negativen Asylbescheid bekam und sich daraufhin entschloss, ohne Widerspruch einzulegen in seine Heimat zurückzukehren. Wir werden mit ihm auf jeden Fall in Kontakt bleiben“, erzählt Raffaela Grasl, bei der die Fäden der Flüchtlingsbetreuung zusammenlaufen. „Traurig war auch für uns, als eine tschetschenische Familie plötzlich verschwand, da sie vor einer drohenden Abschiebung nach Deutschland geflüchtet ist, fährt Grasl fort.

Geburt eines Kindes ist ein schöner Moment

Es gibt aber auch schöne Momente, wie etwa die Geburt eines Kindes, gemeinsame Feiern oder bestandene Deutschprüfungen. „Es hat mich auch sehr gefreut, als unsere Flüchtlinge zu Weihnachten in der Kirche waren“, schildert die Koordinatorin ihre persönlichen Glücksmomente.

„Meine Arbeit hier ist sehr vielfältig. Besonders wichtig ist mir, dass unsere ‚neuen SchattendorferInnen‘ schnell unsere Sprache lernen, damit sie sich im Ort verständigen können, was bei allen schon ganz gut klappt. Schwierig für sie ist aber, unseren Dialekt zu verstehen“, so die 29-Jährige, die auch in der Flüchtlingskoordination in der Nachmittagsbetreuung der Neuen Mittelschule Schattendorf tätig ist. „Mein Start bei der Flüchtlingsarbeit war im Sommer 2015 in Traiskirchen“, so die Schattendorferin, die Religion und Geschichte studiert. In ihrer Freizeit bewegt sich die angehende Lehrerin gerne in der Natur und liest viel.