Neudörfl: Katze mutmaßlich vergiftet. Ein Bewohner der Hauptstraße Höhe Tankstelle fand in seinem Garten einen – möglicherweise – Giftköder. Eine Katze, Nähe Martinihof, zeigte Vergiftungssymptome.

Von Christian Artner. Erstellt am 27. Juni 2021 (06:45)
440_0008_8110145_mat25ca_giftkoeder.jpg
Ein Neudörfler fand in seinem Garten ein Stück Speck. Er vermutet, dass es sich dabei um einen Giftköder handeln könnte.
FB, FB

Vergangene Woche wurde in der Nähe des Martinihofs eine Katze offenbar vorsätzlich vergiftet. Die Schwiegertochter der Besitzerin schreibt in den sozialen Medien: „Die Leber ist betroffen, die Augen sind gelb, sie konnte nichts fressen und hat stark abgenommen.“ Zur gleichen Zeit fand ein Neudörfler in seinem Garten ein Stück Speck, bei dem er vermutet, dass es sich dabei auch um einen Giftköder gehandelt haben könnte. „Bestätigt ist es aber leider nicht. Ich habe aber von mehreren solchen Fällen in letzter Zeit gehört.“

Der Polizeiinspektion Neudörfl liegt keine Anzeige bezüglich einer Vergiftung vor. Die Besitzerin der Katze war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die Neudörfler Tierärztin Birgit Flatischler sagt in einem Gespräch, dass sie in ihrer Praxis, die sie seit 2008 führt, schon einige Vergiftungen behandeln musste: „Es kommt leider immer wieder vor.“ Die vergiftete Katze wurde aber nicht zu ihr zur Behandlung gebracht.

Flatischler erklärt, dass oft das auslösende Gift gar nicht bekannt sei. Zu den häufigsten Vergiftungen gehören aber die Aufnahme von Schneckenkorn, Rattengift, Frostschutzmittel und dergleichen. So vielfältig wie die Giftstoffe sind auch die mit der Vergiftung einhergehenden Symptome, berichtet die Tierärztin: „Übelkeit, Erbrechen, extremes Speicheln, Durchfall, neurologische Symptome wie Zittern, Schwanken, Krämpfe. Weiters können auch Atemprobleme, Blutungen – blutiger Urin, Blut aus dem Darm, Schleimhautblutung – auftreten.“

Ob eine Behandlung zum Erfolg führt, hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel von der Art des aufgenommenen Giftes und dessen Menge, aber auch vom Zeitraum zwischen Giftaufnahme und einsetzender Behandlung.

Den eigenen Hund oder die Katze vor einer Vergiftung, hinter der eine böswillige Absicht steckt, zu schützen, sei schwierig. Bei Spaziergängen mit dem Hund kann aber darauf geachtet werden, ob er etwas frisst.

Nicht in allen Fällen einer Vergiftung muss allerdings tatsächlich ein Vorsatz, einem Tier zu schaden, vorhanden sein: Schneckenkorn etwa, das im Garten ausgestreut wird, schmeckt süßlich. Obwohl Schneckenkorn zugleich mit Bitterstoffen angereichert ist, würde es Hunde nicht davon abhalten, die Körner trotzdem zu fressen. Wer Giftköder auslegt macht sich nach dem Tierschutzgesetz strafbar. Je nach Einzelfall ist eine Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro möglich.