SVM beendet violetten Heimfluch. Der SV Mattersburg hat zum bereits vierten Mal in Folge gewonnen. Und es war kein ganz gewöhnlicher Erfolg: Die Burgenländer besiegten die Wiener Austria mit 2:1 – es war der erste Dreier gegen die Veilchen im Pappelstadion seit knapp sechs Jahren.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 17. Februar 2018 (20:28)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr

Statistiken lügen nicht. Die Wiener Austria hat die letzten sieben Spiele im Pappelstadion gegen Mattersburg allesamt gewonnen und darf den SVM in dieser Hinsicht getrost Lieblingsgegner nennen.

Tipico Bundesliga-Tabelle

Spiel Nummer acht seit dem letzten vollen Erfolg der Burgenländer gegen die Wiener (ein 2:0 am 20. März 2012) entwickelte sich aber von Beginn weg gegen den Trend.

Hauptverantwortlich dafür waren die Hausherren, die von der ersten Sekunde an hellwach auftraten. Keine drei Minuten waren gespielt, da stand es bereits 1:0. Smail Prevljak wurde im Sechzehner angespielt, ließ Gegner Kadiri mit einem wunderbaren Fersler alt aussehen und schob den Ball mit links an Goalie Patrick Pentz zur Führung ins lange Eck.

Die Antwort der Austria war mager. Mehr als ein Kadiri-Kopfball nach einem Corner war vorerst nicht drin, Markus Kuster war hier aufmerksam und parierte. Auf der Gegenseite fand Prevljak zweimal weitere Gelegenheiten vor, zudem hatten die Wiener in Minute 25 noch ziemliches Glück. Prevljak wurde nämlich geschickt, zog durch und ging nach einer Berührung von Ruan zu Boden. Letzterer war auch letzter Mann, scheinbar interpretierte Referee Harkam den Laufweg Prevljaks aber nicht direkt Richtung Tor – anders ist die Gelbe Karte gegen Ruan nicht zu erklären.

Austria-Ausgleich vor der Pause, Top-SVM-Chance nach Wiederbeginn

Aber dann kam sie doch besser ins Spiel, die Wiener Austria. Das kündigte sich mit einem zu wenig konsequent gespieltem Gegenstoß von Kevin Friesenbichler an, ehe die Violetten in der 38. Minute zuschlugen: Raphael Holzhauser brachte Lucas Venuto ins Spiel, der im Sechzehner Thorsten Mahrer mit einem ganz kurzen Haken aussteigen ließ und das Runde an Kuster vorbei zum 1:1-Halbzeitstand ins Eck bugsierte.

Nach Wiederbeginn dauerte es keine 20 Sekunden bis zum ersten sportlichen Riesenaufreger. Markus Pink lauerte einem Kadiri-Rückpass erfolgreich auf, schnappte sich den Ball, kam auch an Pentz vorbei, brachte den Ball aber von der Seite nicht im Netz unter. Stattdessen landete die Kugel über dem Tor.

Ebenfalls am Ziel vorbei schoss Friesenbichler auf der Gegenseite, als er im Sechzehner freigespielt wurde. Zwingende Chancen blieben in dieser Phase aber eher Mangelware, die Hunderter von Pink war hier die Ausnahme.

Es musste einiges an Zeit vergehen und eine Standardsituation her. Da prüfte Prevljak Pentz mit einem Freistoß aus knapp 20 Metern, bei der darauffolgenden Ecke landete der Ball über Umwege am Kopf von Thorsten Mahrer, von wo er aus kurzer Distanz drüberging.

Prevljak mit dem Doppelpack kurz vor dem Schlusspfiff

Und dann kam sie, die entscheidende Szene des Spiels kurz vor dem Ende. Alois Höller brachte den eingewechselten Julius Ertltahler ins Spiel, der nahm sich den Ball wunderbar mit, legte uneigennützig für Prevljak quer, der Danke sagen musste und den 2:1-Sieg fixierte.

Somit haben die Schützlinge von Trainer Gerald Baumgartner nicht nur den fünften Sieg in Folge im Pappelstadion gefeiert, sondern auch in der Bundesliga aktuell vier Dreier in Folge eingefahren.

Weiter geht es am kommenden Samstag mit dem Auswärtsspiel im Ländle gegen Altach.

 

STATISTIK

 

MATTERSBURG – AUSTRIA 2:1 (1:1).- Torfolge: 1:0 (3.) Prevljak, 1:1 (38.) Venuto, 2:1 (88.) Prevljak.

Gelb: Ruan (16., Foul), Alhassan (85., Foul); Pink (48., Foul), Höller (72., Foul), Ortiz (79., Foul), Prevljak (89., Unsportlichkeit), Ertlthaler (90., Foul).

SR: Harkam.- Pappelstadion, 3.600.

Mattersburg: Kuster; Höller, Malic, Mahrer, Lercher; Jano (17. Cesar Ortiz), Grgic; Pink, Perlak (59. Ertlthaler), Okugawa; Prevljak (90. Maierhofer).

Austria: Pentz; Klein, Kadiri, Ruan, Stangl (37. Salamon); Serbest, Holzhauer; Venuto, Prokop (70. Alhassan), Pires; Friesenbichler (81. Monschein).

 

STIMMEN

 

SVM-Trainer Gerald Baumgartner: „Wir sind sehr froh, das fünfte Heimspiel in Folge gewonnen zu haben. Zu Beginn haben wir gleich alles zugestellt und erst mit der Auswechslung von Jano Probleme bekommen. Im Endeffekt haben wir aber wenige Torchancen zugelassen, und in der Halbzeit auch gesagt, dass wir noch aggressiver spielen wollen. Letztlich war das über 90 Minuten eine bärenstarke Leistung und von daher auch ein verdienter Sieg.“

Austria-Trainer Thorsten Fink: „Der SVM hat sehr gut gekämpft und die eine oder andere Chance gehabt, von daher geht der Sieg auch in Ordnung. Nach dem 0:1 sind wir besser ins Spiel gekommen, aber insgesamt sind wir zwar bis zum Strafraum gefährlich, dann aber nicht genug. Im Moment reicht es nicht, Mattersburg zu schlagen.“

Mario Grgic: „Wir haben uns wieder viel vorgenommen und gut angefangen. Nach einer halben Stunde sind wir dann etwas aus dem Rhythmus gekommen, waren nicht mehr so kompakt bis zur Pause. In der zweiten Halbzeit war es dann wieder besser, wir hatten mehr Chancen und am Ende auch verdient gewonnen.“

Nedeljko Malic: „Es war keine einfache Partie. Wir haben aber alles reingeworfen, waren wie in den letzten Spiel gut eingestellt und haben uns die drei Punkte letztlich erarbeitet. Mit der Form ist jetzt auch in Altach alles drin.“

SVM-Präsident Martin Pucher: „Das war ein verdienter Erfolg der Mannschaft, Gratulation. Zudem hätte die Austria in der ersten Halbzeit ganz klar eine Rote Karte kassieren müssen.“