Nach Messerattacke: Rohrbach steht unter Schock. 31-jähriger Rohrbacher stach mehrmals auf 75-jährige Pensionistin ein. Sie verstarb kurz nach Einlieferung ins Krankenhaus an ihren Verletzungen.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 14. November 2018 (07:32)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Tatort. Hier stach der mutmaßliche Täter auf sein Opfer, eine 75-jährige Frau, ein. Diese konnte noch selbst den Notruf wählen. Doch kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus verstarb sie.
BVZ

Die derzeitige Stimmung in der Marktgemeinde Rohrbach kann man sich nach dem tragischen Vorfall vom vergangenen Samstag (wir hatten berichtet, siehe hier und ganz unten) sehr gut vorstellen: Die Bevölkerung ist betroffen und geschockt. Ein 31-jähriger Rohrbacher hat eine 75-jährige Pensionistin in ihrem Einfamilienhaus mehrmals mit einem Messer in den Oberkörper gestochen. „Wie oft zugestochen wurde, kann zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden“, stellt Staatsanwalt Roland Koch fest.

Bevölkerung ist betroffen und geschockt

Und auch das Motiv sei derzeit nicht bekannt. Umso mehr wird spekuliert. „Im Ort kennt jeder jeden. Es ist eine schwierige Situation für die Angehörigen sowohl des Opfers als auch des mutmaßlichen Täters“, fasst Bürgermeister Günter Schmidt die Stimmung nach der Bluttat zusammen. Denn fassen kann er es selbst noch nicht. „Der junge Mann war unauffällig. Niemand hätte gedacht, dass er zu Aggression oder Gewalt neigt“, beschreibt der Ortschef seine Eindrücke.

„Niemand hätte ihm die Tag zugetraut“

In die gleiche Kerbe schlägt Vizebürgermeisterin Waltraud Gartner: „Niemand hätte diesem jungen Mann diese Tat zugetraut. Die Bürger sind überrascht, von außen war nicht erkennbar, dass so etwas passieren könnte. Ich habe persönlich sowohl den mutmaßlichen Täter als auch Opfer nicht näher gekannt, bin aber beiden freundlich begegnet. Der Vorfall ist vor allem auch für beide Familien sehr tragisch und wird von den Angehörigen sehr bedauert. Den Bürgern der Gemeinde Rohrbach tun beide Familien sehr leid.“

Ein Rohrbacher, der sowohl den mutmaßlichen Täter als auch das Opfer nur flüchtig gekannt hat, sagt: „Der ganze Ort steht unter Schock und keiner kann die Tat fassen. Mehr kann ich dazu nicht sagen.“

Der vermeintliche Täter war bei einer Tischlerei im Bezirk lange Jahre beschäftigt. „Er hat keine Probleme bereitet, er war unauffällig und zuvorkommend. Dass er so eine Tat begehen kann, ist einfach unvorstellbar“, berichtet ein Arbeitskollege.

„Er hat keine Probleme bereitet, er war unauffällig und zuvorkommend. Dass er so eine Tat begehen kann, ist einfach unvorstellbar“

Der Tatverdächtige wohnte nur rund 200 Meter entfernt vom Haus des Opfers, wo er die Tat beging. Gemeinsam mit einer zweiten Person hat er der Frau seit geraumer Zeit bei Gartenarbeiten ausgeholfen. Seine Eltern waren geschieden, die Mutter wohnt mittlerweile mit dem Bruder in Eisenstadt. Er selber lebte im Haus gemeinsam mit seinem Vater in Rohrbach, ehe das Schicksal vor drei Jahren zuschlug: Der Vater wurde leblos im Swimmingpool aufgefunden, Todesursache war ein Aneurysma. Seitdem wohnte der junge Mann alleine im Haus, im Nachbarhaus sind seine Großeltern wohnhaft. In der Tischlerei erlitt er vor einiger Zeit einen Arbeitsunfall, bei dem sein Bein verletzt wurde.

Seitdem befand er sich des Öfteren wegen dieser Verletzung im Krankenstand. Das Opfer, die 75-jährige Rohrbacherin, wird als eher zurückgezogen beschrieben. „Sie hat ihren kranken Mann gepflegt. Da bleibt nicht viel Zeit, um aus dem Haus zu gehen. Sie war auch bei keinem Verein oder in einer Pensionistenorganisation aktiv“, umschreibt Bürgermeister Schmidt das Opfer. Erst vor ein paar Jahren verlor sie ihren Sohn durch einen Schlaganfall.

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Die Ermittlungen der zuständigen Behörden laufen auf Hochtouren. Genaueres zum Tathergang gibt es derzeit noch nicht. „Das Opfer hat nach den Messerstichen noch selbst den Notruf getätigt und sogar den Namen des Verdächtigten weitergegeben. Dieser konnte kurze Zeit später in Rohrbach festgenommen werden“, schildert Staatsanwalt Koch die Erkenntnisse und ergänzt: „Mehr Fakten wissen wir derzeit noch nicht. Alles andere wäre Spekulation und auf Spekulationen lassen wir uns nicht ein. Für uns zählen Fakten.“ Eines steht auf jeden Fall fest: Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt hat bereits Antrag auf Untersuchungshaft gestellt. „Er wir wegen Verdacht auf Mord angeklagt werden“, betont Staatsanwalt Koch.

Zu Redaktionsschluss befand sich der mutmaßliche Täter noch in polizeilicher Gewahrsam. Sobald er in die Justizanstalt eingeliefert wird, läuft, laut Koch, der Antrag auf Untersuchungshaft. Danach hat die zuständige Haftprüfungsrichterin 48 Stunden Zeit, um zu entscheiden, ob der 31-Jährige in Untersuchungshaft genommen wird oder nicht. Dass er in U-Haft genommen wird, davon geht die Staatsanwaltschaft jedenfalls aus.