Pflegekompetenzzentrum nutzt die Kraft der Sonne

Das Pflegekompetenzzentrum in Draßburg kann an sonnigen Tagen seinen gesamten Stromverbrauch mit Sonnenenergie abdecken. Photovoltaikanlagen machen es möglich.

Christian Artner Erstellt am 27. Juli 2019 | 03:27
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Foto: Kletr/Shutterstock.com

Unsere Sonne stellt mit ihren Strahlen eine unerschöpfliche und kostengünstige Energiequelle dar. Photovoltaikanlagen wandeln diese Sonnenstrahlen in elektrische Energie, folglich Strom um, wodurch Haushalte oder öffentliche Einrichtungen energieautark werden können. Diese Möglichkeit nimmt in der Gemeinde Draßburg seit Kurzem auch das Pflegekompetenzzentrum wahr, indem Photovoltaikzellen auf dem Dach installiert wurden.

Die Umsetzung erfolgte im Rahmen der Klima- und Energiemodellregion „Smart Region Kogelberg“, deren Idee 2017 entstand und die mit 1. April 2019 in die Umsetzungsphase gelangte. „Ziel dieser Smart Region ist es, nachhaltige Energiemodelle zu verwirklichen. Das bedeutet, weg von fossilen Brennstoffen, hin zu erneuerbarer Energie. Das ist aber nur ein Teil unseres Konzepts. Mobilität und biologische Ernährung sind andere Bereiche, auf die wir uns konzentrieren“, sagt Ernst Wild, Energieberater und Projektkoordinator bei Smart Region Kogelberg.

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„Ziel dieser Smart Region ist es, nachhaltige Energiemodelle zu verwirklichen"

Die Höchstleistung der Solaranlage auf dem Dach des Pflegeheims beträgt 42 Kilowatt Peak. „Das ist relativ viel. Ein normaler Haushalt kommt mit ungefähr vier bis fünf Kilowatt Peak aus“, stellt Wild die Zahl in eine verständliche Relation. Der erzeugte Strom wird für das Pflegewohnheim verwendet, ein Teil aber auch in das öffentliche Stromnetz eingespeist, wofür die Einrichtung Geld verdienen kann. „Der Preis für den Strom, den man einspeist, ist zwar geringer als der, um den man ihn kaufen würde. Aber nichtsdestotrotz wird man dafür bezahlt.“

Die Anlage hat rund 67.000 Euro gekostet und ist ein Beteiligungsprojekt, das gemeinsam mit der Gemeinde und dem Wasserverband Wulkatal umgesetzt wurde. In Draßburg gibt es neben der Photovoltaikanlage auf dem Pflegekompetenzzentrum noch zwei weitere größere Anlagen: auf dem Bauhof und beim Sportplatz, erklärt Bürgermeister Christoph Haider. Ein weiteres großflächiges Gebäude, das er sich für diese Art der Energiegewinnung vorstellen könnte, sei der Kindergarten. Konkrete Pläne gibt es dafür aber noch nicht.

"Wir müssen versuchen, die gesamte Bevölkerung für das Thema Klimaschutz zu sensibilisieren.“

Photovoltaikanlagen, bei deren Energiegewinnung weder Feinstaub noch Treibhausgase entstehen, sind für Wild, der früher auch als Amtsleiter in Draßburg tätig war, aber nur ein winziges Puzzlestück, um die weltweit erklärten Klimaziele zu erreichen. „Neben zusätzlich geplanten Projekten etwa in der Elektro-Mobilität müssen auch bewusstseinsbildende Maßnahmen zum Beispiel in Schulen gesetzt werden. Wir müssen versuchen, die gesamte Bevölkerung für das Thema Klimaschutz zu sensibilisieren.“