„Comeback“ im Mattersburger 70er-Haus. Am 25. Juli startet das „70er-Haus der Geschichten“ in Mattersburg mit seiner ersten Veranstaltung nach Corona.

Von Viktoria Sieber. Erstellt am 16. Juli 2020 (12:03)
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In der Hirtengasse 70 soll fortan monatlich wieder eine „Kuchl-Konferenz“ stattfinden.
Viktoria Sieber

„Gansbären, Schurscherln oder Schneeschaufler“ sind Begriffe, die die meisten kennen, aber woher kommen sie? Damit beschäftigt sich die „Kuchl-Konferenz“ mit dem Thema „Ortsneckereien im Mattersburger Bezirk“ am 25. Juli. Diese wird im Gespräch mit Johann Kriegler, der sich selbst schon seit vielen Jahren mit Sprache und vor allem mit der Mundart beschäftigt, stattfinden.

„Durch die Einschränkungen konnte man weder Besucher in das 70er-Haus lassen, noch Interviews führen, um die Informationsbeschaffung zu gewährleisten“, so Georg Luif, Ausstellungskurator und Projektkoordinator. Daher werden die Veranstaltungen, die während der „Corona-Zeit“ stattfinden sollten, auf nächstes Jahr verschoben.

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Georg Luif, Mitgründer des „70er-Hauses der Geschichten“.
zVg

Wer sich für die Historie der Stadt Mattersburg und des Bezirks Mattersburg interessiert, ist im 70er-Haus am richtigen Ort. Hier werden Themen, die die Identität der Stadt bestimmt haben, und Geschichten, die im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte den Bezirk prägten, veranschaulicht. Ziel ist es vor allem, neue Gesichtspunkte aufzuwerfen und die Darstellungen der verschiedensten Erzählungen zu besprechen.

Mit der „Summerkuchl“, dem „Goaßstall“ und dem Press- und Weinkeller ist selbst das Haus ein Ausstellungsstück für das Museum. Ebenso findet man den Gedenkstein, der früher am Brunnenplatz an die jüdische Synagoge erinnerte, jetzt im 70er Haus der Geschichten. Weiters bietet das Museum ein Archiv an, wo man umfangreiches Material über Mattersburg finden kann.

„Geschichte wird durch Geschichten gemacht“

„Geschichte wird durch Geschichten gemacht“, sagt Georg Luif. Daher kam auch die Idee einer „Kuchl-Konferenz“. Das Wort „Kuchl“ soll einen Austausch kennzeichnen, wie ein gemütliches Gespräch am Esstisch. Wobei Konferenz den Informationsfluss bezeichnet, wo die Menschen auch was Neues lernen.

Es soll etwas entstehen, dass einen Hauch an Wissenschaft und Historik hat, aber jeder mitreden kann. Der Kontakt mit Menschen wird hergestellt und damit werden auch immer mehr Informationen gesammelt. Zu jedem Monats-Ende findet die „Kuchl-Konferenz“ statt. Das 70er-Haus versucht zu jedem Gespräch, jemand Neuen einzuladen, um Abwechslung in das Programm reinzubringen.

Dieses Jahr haben Georg Luif und sein Team noch viel vor. Ende August wird in der „Kuchl-Konferenz“ das Thema „Kriegsgefangene und Zwangsarbeit im Bezirk Mattersburg“ aufgegriffen.

Im Oktober geht es dann weiter mit einer Ausstellung zum Thema „Frauenwahlrecht“. Zu dieser Ausstellung wird es dann auch ein passendes Gespräch in Form einer „Kuchl-Konferenz“ geben.