Pöttelsdorf: Alkoholisierter Autohändler übersah Rot. Erheblich alkoholisiert raste ein Autohändler in einen PKW, der auf der B50 vor einer Baustellenampel stand. 4800 Euro Geldstrafe, vier Monate bedingt.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 06. Mai 2021 (03:44)
Symbolbild
Vacclav, Shutterstock.com

Am 5. November 2020 hatte der Autohändler in seinem Betrieb Grund zum Feiern gehabt: „Das Geschäft ging schwer wegen Corona. Wir hatten endlich wieder ein Auto verkauft, da haben wir ein paar Glaserln getrunken“, erinnerte er sich.

„Aber es war Ihnen schon klar, dass Sie noch mit dem Auto fahren müssen?“, fragte Richterin Karin Lückl beim Prozess wegen fahrlässiger Körperverletzung am Montag dieser Woche.

„Daran habe ich nicht gedacht“, gab der Autohändler zu.

Auf der Bundesstraße B50 im Bereich Pöttelsdorf sei er „kurz abgelenkt“ gewesen. „Ich griff auf den Beifahrersitz, wollte dort ein Feuerzeug suchen, weil ich mir eine Zigarette anzünden wollte“, berichtete der Angeklagte.

Baustelle auf B50 einfach vergessen

Auf die Baustelle, die im November auf der B50 eingerichtet war, habe er vergessen gehabt. Auch auf die Baustellenampel, die dort den Verkehr regelte.

Die Ampel stand auf Rot. Ein 55-jähriger Lenker wartete auf die nächste Grünphase.

„Ich stand ganz allein im Dunkeln auf der Bundesstraße und konzentrierte mich auf den Rückspiegel“, berichtete der 55-Jährige. Geschockt stellte er fest, dass ein Auto mit hoher Geschwindigkeit näher kam.

„Ich dachte noch: Der wird nicht langsamer!“, so der 55-Jährige. Um den Lenker hinter ihm zum Abbremsen zu bewegen, schaltete er die Warnblinkanlage ein.

„Da hat es schon gescheppert!“

„Da hat es schon gescheppert!“, erinnerte sich der Autohändler.

Der 55-Jährige wurde bei dem Unfall schwer verletzt und befand sich bis Ostern im Krankenstand.

Dem Autohändler wurde der Führerschein abgenommen, „was für einen KFZ-Händler nicht angenehm ist“, wie sein Verteidiger bemerkte.

Vor Gericht bekannte sich der bislang unbescholtene Autohändler reumütig geständig. Er entschuldigte sich bei dem Unfallopfer: „Es tut mir leid, dass das passiert ist, auch wenn es jetzt zu spät ist.“

Die Richterin verurteilte den Autohändler zu 4800 Euro Geldstrafe unbedingt und vier Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung.

An das Unfallopfer muss er 6300 Euro Schmerzensgeld bezahlen. Der Angeklagte nahm dieses Urteil an.