Nach 63 Jahren: Ende für Mattersburger Traditionsverein. Die letzten verbliebenen aktiven Mitglieder waren auf der Suche nach neuen Mitstreitern – letztlich ohne Erfolg.

Von Richard Vogler. Erstellt am 23. Januar 2019 (06:18)
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Monika Dirnbauer prägte 40 Jahre den Verein.
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Im Jahre 1955 wurde der Mattersburger Verschönerungsverein ins Leben gerufen. Nach 63 langen Jahren wurde der Verein nun aufgelöst. „Natürlich ist es uns nicht leicht gefallen, wir haben auch alles probiert. Uns blieb leider nichts anderes übrig, als den Betrieb einzustellen“, berichtet Dagmar Steiner, zuletzt Obfrau, um ins Detail zu gehen: „In letzter Zeit hat es nur mehr eine Handvoll aktiver Mitglieder – Josef Doktor, Marianne Hofer, Anni Unterkirchner, Anni Lichtenwörther, mein Mann Herbert, die Familie Schatzer und mich – gegeben. Wir sind alle nicht mehr die Jüngsten und waren verzweifelt auf der Suche nach neuen Mitgliedern und haben auch bei vielen Pensionisten angefragt. Alles hat jedoch nichts genützt, niemand hat sich bereit erklärt, mitzumachen.“

Ortsbildverschönerung durch den Verein

Die letzten Jahre half der Verein vor allem bei der Ortsbildverschönerung mit und pflanzte zahlreiche Blumen im Stadtgebiet. Der Verein finanzierte sich durch Verkäufe bei Flohmärkten und dem Ausschank bei diversen Festen wie dem Weinlesefest und Spenden. Spricht man vom Verschönerungsverein, so darf ein Name nicht fehlen: Monika Dirnbauer. Seit den frühen 70er Jahren Mitglied, war sie 40 Jahre lang Obfrau. „Natürlich blutet mir das Herz, wenn es den Verschönerungsverein nicht mehr gibt. Es war leider unmöglich, jemand neuen zu finden“, so Dirnbauer.

Im Laufe der Jahre wurden unzählige Aktivitäten vom Verein durchgeführt, wie etwa die Organisation des Gassenfestes oder der ersten Sonnwendfeier gemeinsam mit der Gemeinde, ebenso wie die Flurreinigung oder das erste große Stadtfest im Jahr 1985, das ebenfalls auf das Konto des Vereines ging und damit verbunden auch das Aufstellen des ersten Zunftbaumes vor dem Florianihof, der nun vor der alten Bezirkshauptmannschaft steht. „Im Laufe des Jahres haben wir uns stets bemüht, die Stadt mit Blumen bunter zu machen“, so Dirnbauer, deren größte Freude es immer war, wenn viele Vereine aber auch die Bevölkerung aktiv bei den Aktivitäten des Fremdenverkehrs- und Verschönerungsvereines dabei waren.

Langzeit-Obfrau musste kürzer treten

Ab dem Jahre 2013 musste Dirnbauer etwas kürzer treten, ein Armbruch und die einhergehende Operation mit Komplikation zwangen sie, ihr Amt abzugeben. Nachfolgerin Dagmar Steiner führte die Geschäfte drei Jahre interimistisch, ehe sie 2016 offiziell zur Obfrau gewählt wurde. Das verbliebene Geld am Konto – 15.000 Euro – wurde auf die Kindergärten, das Sozialzentrum Villa Martini, die Förderwerkstätte Walbersdorf und das „pro-mente“-Haus verteilt. Ein weiterer Teilbetrag wird für die Blumengestaltung im Ortsbild aufgewendet.

„Ich danke den ehemaligen Mitgliedern des Verschönerungsvereines für ihre engagierte Tätigkeit während all der Jahre und natürlich für die noble Spende“, so Bürgermeisterin Ingrid Salamon.