Schweinezuchten: VGT protestiert im Bezirk Mattersburg. Aus drei Schweine-Landwirtschaften im Bezirk Mattersburg legt der Verein gegen Tierfabriken aktuelle Fotos und Filme vor.

Von Redaktion bvz.at. Erstellt am 18. Juni 2019 (13:06)
Richard Vogler

Im Bezirk würden 15.310 Schweine gehalten, 60 Prozent davon auf Vollspaltenboden, 18 Prozent im Stroh, gibt der VGT in einer Aussendung an.

Die Vollspaltenbodenhaltung von Schweinen ist in die Kritik geraten. 92 Prozent der Tiere in dieser Haltung erleiden laut dem Verein schmerzhafte Entzündungen der Gelenke, sie beißen sich vor Verzweiflung und Langeweile Ohren und Schwänze ab, sie sterben viermal so häufig vor der Schlachtung wie Schweine aus Strohhaltung.

Dem VGT wurden nun aktuelle Fotos und Filme aus drei Schweinefabriken im Bezirk Mattersburg zugespielt, die diese Ergebnisse wissenschaftlicher Studien bestätigen. Die Tiere müssen dicht gedrängt leben, auf verdreckten Böden, mit entzündeten Augen durch die Dämpfe der Exkremente unter den Spalten, denen sie ständig ausgesetzt sind.

Meiste Schweine im Burgenland im Bezirk

Der Bezirk Mattersburg hat die meisten Schweine im Burgenland und mit knapp über 60 Prozent auch den höchsten Prozentsatz an Vollspaltenbodenhaltung.

Deshalb fanden sich heute Aktivisten und Aktivistinnen des VGT vor Schweinefabriken in Pöttelsdorf und Draßburg ein, um gegen diese Haltung zu protestieren und um die Bevölkerung über die Zustände in den Schweinefabriken ihrer Umgebung zu informieren.

VGT-Obmann Martin Balluch: "Die neuen Fotos und Filme zeigen Zustände, wie sie der Normalbürger beziehungsweise die Normalbürgerin nicht für möglich halten würde."

Auch Wolfgang Spitzmüller, Landtagsabgeordneter der Grünen im Burgenland, schloss sich dem Protest an. Die Grünen wollen eine Resolution im Landtag einbringen, die das Parlament auffordert, ein Verbot von Vollspaltenböden in der Schweinehaltung zu erlassen.

"Einem Hund würde niemand so eine Haltung ohne jede weiche Unterlage zumuten", so Balluch. Aber Hunde und Schweine seien sich biologisch und physiologisch sehr ähnlich. "Nur, weil man ohne Stroh ein paar Cent sparen kann, darf doch nicht dieses horrende Tierleid in Kauf genommen werden", appeliert der VGT-Obmann.

Der Landeshauptmann des Burgenland hat angekündigt, in Zukunft lediglich Neubauten von Schweinebetrieben zuzulassen, die den Schweinen Stroh bieten. Jetzt sei es Zeit, auch den bisherigen Schweinefabriken mit Vollspaltenboden eine Frist zu setzen, bis wann sie umgebaut haben müssen, meint der VGT.

Ein entsprechender Antrag der Liste JETZT für ganz Österreich liegt im Parlament auf, unterstützt von den NEOS und der SPÖ. Allerdings blockieren die ÖVP und die FPÖ bisher diesen Fortschritt.