Die Hälfte wählten in Mattersburg die SPÖ

Die SPÖ erreichte in Mattersburg 50 Prozent – ein Zugewinn von 2,49 Prozent. Die ÖVP hält bei 27 Prozent, um 4,89 Prozent mehr als bei den Wahlen 2015.

Erstellt am 29. Januar 2020 | 04:15
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Bürgermeisterin Ingrid Salamon vor dem Wahllokal für den Sprengel 3.
Foto: Richard Vogler

Der Wahlkampf im Vorfeld der Landtagswahlen war vergleichbar mit jenem auf Landesebene: Kein untergriffiger mit diversen Anschuldigungen, die Kandidaten der Regierungsparteien setzten auf direkten Kontakt mit den Bürgern. Es gab nahezu keine Veranstaltung, bei denen die Mattersburger SPÖ mit „Frontfrau“ Claudia Schlager und die ÖVP, allen voran Melanie Eckhardt, nicht vertreten waren. Schlager setzte noch eins drauf: Um noch mehr in direkten Kontakt mit der Bevölkerung zu treten, wurde in allen Mattersburger „Grätzeln“ ein Punschstand veranstaltet.

Den Wahltag verbrachten beide zunächst als Wahlhelfer in der Mattersburger Volksschule. Schlager anschließend bei der Mattersburger „SPÖ-Party“ im Florianihof und Eckhardt in Eisenstadt mit der Landes-ÖVP. Die letzten Wahlen, die geschlagen wurden, waren die Nationalratswahlen im vergangenen Jahr. Dem Bundestrend folgend, überholte damals die ÖVP die SPÖ in Mattersburg, sogar im Ortsteil Walbersdorf hatte die Volkspartei die Nase vorne. Mit den Wahlen am Sonntag hat sich dies wieder umgekehrt in der Bezirkshauptstadt. Für die SPÖ stimmten insgesamt 2.059 der Wähler, für die ÖVP 1.111.

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Die SPÖ erreichte ein Plus von 2,49 Prozentanteilen, die Volkspartei ebenso ein Plus von 4,89 Prozent. Die SPÖ hält nun bei exakt 50 Prozent, die ÖVP bei 27 Prozent. „Claudia Schlager und ihr Team hat sehr, sehr viele Hausbesuche gemacht, es wurden viele Wahlzetteln verteilt und es gab auch sehr viele Werbestände; sie waren fleißig unterwegs. Ich freue mich sehr über das gute Ergebnis in Mattersburg und dass Claudia den Einzug in den Landtag geschafft hat“, erzählt Bürgermeisterin Ingrid Salamon. Die Gründe für die Absolute auf Landesebene erklärt die Ortschefin wie folgt: „Die Themensetzung wie der Gratiskindergarten oder der Mindestlohn war die richtige. Die SPÖ hat die Themen bereits im Vorfeld umgesetzt. Der Wahltag war der Zahltag.“

Auch für Claudia Schlager war das „große Engagement unseres gesamten Teams der Grund für das tolle SPÖ-Ergebnis in Mattersburg.“ SPÖ-Vizebürgermeister Otmar Illedits merkt an, dass „von uns in Mattersburg ein sehr intensiver Wahlkampf geführt wurde. Auf Landesebene gab es den richtigen Spitzenkandidaten und es wurde auf die richtigen Themen gesetzt. Das Motto: Versprochen und gehalten wurde von den Wählern honoriert.“

Andreas Feiler, Stadtparteiobmann der ÖVP, erkennt in dem Ergebnis der Volkspartei einen „großen Erfolg. Wir haben knapp fünf Prozent dazugewonnen, das sind 219 Stimmen mehr als vor fünf Jahren. Melanie Eckhardt hat ihre Sache toll gemacht. Wir haben versucht, so viele Wähler wie möglich zur Wahlurne zu bringen.“ Auf das Landesergebnis angesprochen, hält Feiler fest, dass „Hans Peter Doskozil Wahlgarant Nummer eins war. Thomas Steiner war für unsere Partei der richtige Spitzenkandidat.“

Auch Parteikollegin Melanie Eckhardt freut „der Zugewinn von fünf Prozent.“ Das Landesergebnis der ÖVP sieht Eckhard „sicher nicht als Niederlage. Das Ziel war 30 Prozent, dies haben wir erreicht.“

Von den anderen Parteien war im Vorfeld der Wahl nichts zu merken, ein Wahlkampf wurde – bis auf vereinzelte Ausnahmen – nicht geführt. Die Freiheitlichen erhielten 428 Stimmen, die Grüne legten minimal zu (2020: 363 / 2015: 354).

Im Ortsteil Walbersdorf gab es eine Wahlbeteiligung von 79,72 Prozent; 515 von 646 Wahlberechtigten schritten zur Wahlurne. 250 stimmten für die SPÖ, 138 für die ÖVP, 77 für die Freiheitlichen, 31 für die Grünen, 8 für die LBL und 5 für die NEOS.

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