Rückhaltebecken: Das Ende einer unendlichen Geschichte

Erstellt am 01. Dezember 2022 | 05:22
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8539907_mat48rv_schlager_hueller_rueckhaltebeck.jpg
Der Marzer Bürgermeister Gerald Hüller mit der Mattersburger Bürgermeisterin Claudia Schlager vor jenem Areal, wo das Rückhaltebecken erbaut wird.
Foto: Richard Vogler
Einigung zwischen der Stadtgemeinde und Marz wurde erzielt.
Werbung
Anzeige

Das Ende einer unendlichen Geschichte ist in Sicht: Das seit mehreren Jahren in Planung befindliche Rückhaltebecken für Walbersdorf wird nun wohl umgesetzt werden.

Erster Plan für Becken bereits im Jahre 2013

Es war im Jahre 2013, als die Stadtgemeinde Mattersburg die ersten Planungsarbeiten für den Hochwasserschutz auf Walbersdorfer Hotter in Auftrag gab. Das Projekt in der Nähe der Heroldmühle scheiterte jedoch an den Verhandlungen mit Grundstücksbesitzern. Von Seiten der Stadtgemeinde entschied man sich im Jahre 2018, das Rückhaltebecken weiter in Richtung Marz zu verschieben und somit fast zur Gänze auf dem Hotter der Gemeinde Marz zu realisieren. Mit einem Querdamm unterhalb des Siedlungsgebietes von Marz sollte bei Hochwasserereignissen das Wasser vom Marzerbach dem Rückhaltebecken zugeleitet werden.

Bis letztes Jahr konnte keine Einigung erzielt werden

Woran es scheiterte? Die Angelegenheit war bereits Thema im Mattersburger Gemeinderat – Grundaussage war dabei, dass mit einer Marzer Grundstücksbesitzerin keine Einigung erzielt werden konnte. „Dies war nie der wirkliche Grund“, stellt der Marzer Bürgermeister Gerald Hüller klar, um weiter auszuführen: „Bei der ursprünglichen Planungsvariante, die im Juli 2020 von der Behörde verhandelt wurde, wurden seitens der Gemeinde Marz massive Bedenken gegen das beabsichtigte Projekt vorgebracht, denen sich die Sachverständigen auch anschlossen. Die Hochwasserrückhalteanlage mit einem Querdamm direkt unter dem Siedlungsgebiet von Marz hätte bei einem Hochwasser zu massiven Beeinträchtigungen im Gemeindegebiet von Marz geführt und es hätte auch einen Rückstau in das Kanalsystem der Gemeinde Marz gegeben.“ Die von der Behörde angeordnete Umplanung liegt nunmehr vor, die Schwelle direkt unter dem Ortsgebiet wurde abgesenkt, so dass vom Marzerbach die Überleitung in das Becken früher erfolgt.

„Die Auswirkungen von Hochwasserereignissen auf das Ortsgebiet von Marz können damit verhindert bzw. minimiert werden. Mit der Hochwasserfreistellung von großen Flächen im Ortsteil Walbersdorf und den beherrschbaren negativen Folgen eines Hochwassers im Gemeindegebiet von Marz ist eine Win-win-Situation für beide Seiten entstanden“, soHüller. Bürgermeisterin Claudia Schlager zeigt sich mit dem nun positiven Ergebnis zufrieden: „Nach den Gemeinderatswahlen vom vergangenen Jahr hat es ein Gespräch mit Gerald Hüller gegeben. Dies war sehr konstruktiv und es konnte schnell eine Einigung erzielt werden. Die eingereichte Säumnisbeschwerde von der Gemeinde wird zurückgezogen, so dass das Projekt wieder von der BH abgehandelt werden kann. Wenn die ganzen wasserrechtlichen Verhandlungen abgeschlossen sind und der Bescheid ‚draußen‘ ist, kann man mit der Umsetzung beginnen“, so Schlager, die darauf hinweist, dass „der Preis für das Grundstück der Marzer Besitzerin derselbe wie bei den anderen ist.“

Werbung