Thomas Dorfmeister mit zwei Drittel zum FF-Chef gewählt

Mit Andreas Pollack und Thomas Dorfmeister gibt es zwei Kandidaten. Die Wahl fand am 20. Februar statt.

Richard Vogler
Richard Vogler Aktualisiert am 22. Februar 2021 | 08:33
Feuerwehrwahlen - Zwei Kandidaten für Feuerwehrchef in Walbersdorf
Bürgermeisterin Ingrid Salamon, Manfred Tomassovits, Manfred Schandl, Thomas Dorfmeister, Andreas Pollack, Christian Ulrich, Claudia Schlager
Foto: FF Walbersdorf

Im Zuge der letzten Sitzung der Landesregierung im vergangenen Dezember wurde die Verordnung zu den ersten verpflichtenden Wahlen im Feuerwehrwesen des Burgenlandes beschlossen. Nun haben die 17.000 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr die Möglichkeit, ihre Feuerwehrkommandanten und Stellvertreter selbst zu bestimmen. Die Wahlen müssen bis Ende Februar abgeschlossen sein. Bis eine Woche davor kann ein Wahlvorschlag von jedem aktiven Feuerwehrmitglied für die eigene Feuerwehr eingebracht werden.

Im Bezirk Mattersburg gibt es insgesamt 24 Wehren, davon zwei Betriebsfeuerwehren. Bei einigen gibt es schon die Wahltermine, in Pöttelsdorf und Zemendorf wurde bereits gewählt. Ist es immer wieder – vor allem bei kleineren Feuerwehren – ein schwieriges Unterfangen, Führungskräfte zu finden, so ist dies in Walbersdorf anders: Dort stellten sich gleich zwei Kandidaten zur Wahl des Feuerwehrkommandanten.

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Andreas Pollack tritt in Walbersdorf zur Kommandantenwahl an.
zVg

Der aktuelle Kommandant, Andreas Pollack, war einer davon. Der 56-Jährige stammt aus dem Weinviertel, kam 2001 nach Walbersdorf. „Durch Freunde und auch durch den damaligen Kommandanten Norbert Giefing bin ich 2011 zur Feuerwehr gekommen“, so Pollack. Bald wurde er Stellvertreter, ehe er 2017 Kommandant wurde.

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Thomas Dorfmeister tritt in Walbersdorf zur Kommandantenwahl an.
zVg

„Beide Male hat sich niemand zur Verfügung gestellt, so habe ich die Ämter übernommen“, bleibt Pollack ehrlich. Als Konkurrenz empfindet Pollack das Antreten von Dorfmeister nicht. „Wir verstehen uns gut, haben uns abgestimmt. Die Leute sollen jenen Kandidaten von uns zwei wählen, den sie wollen. Sollte ich gewählt werden, werde ich natürlich das Amt weiter gerne ausüben, sonst würde ich nicht antreten.“ Wegen Corona gab es bei der Walbersdorfer Feuerwehr (fast) keine Veranstaltungen, einzig das Friedenslicht konnten sich die Walbersdorfer wie jedes Jahr am 24. Dezember abholen. Die 130-Jahr-Feier der FF Walbersdorf war auch von der Absage betroffen, diese soll heuer nachgeholt werden.

Seit Anbeginn bei der Walbersdorfer Wehr

Thomas Dorfmeister stellt sich ebenso der Wahl. Er ist in Mattersburg wohnhaft, „jedoch schon immer bei der Walbersdorfer Feuerwehr. Im Jahre 2003 bin ich durch ein Familienmitglied der Jugendfeuerwehr beigetreten“, berichtet der 29-Jährige. Auch Dorfmeister betont, dass er und Pollack ein freundschaftliches Verhältnis haben und es keinen Streit gibt. Das Schöne an der Feuerwehr ist für Dorfmeister „die Kameradschaft und dass man anderen Menschen helfen kann.“ Wird er ins Amt gewählt, will er junge Leute oder „Menschen meines Alters zur Feuerwehr bringen.“ Einen Kandidaten für die Stellvertretung gibt es in Walbersdorf noch keinen. Der aktuelle, Christian Ulrich, wird nicht kandidieren. „Ich bin Ortsvorsteher und im Gemeinderat und habe eine eigene Firma, es geht sich nicht mehr aus“, so Ulrich.

Stichwort Stellvertretung: Sollte kein Kandidat gefunden werden, sieht das Feuerwehrgesetz vor, dass der neue Kommandant einen Stellvertreter auf sechs Monate bestimmt und dann eine Wahl vorgenommen wird. Wird hier auch kein Stellvertreter gefunden, so wird der Stellvertreter vom Bezirksfeuerwehrkommandant bestimmt. Gibt es nach weiteren sechs Monaten keinen Stellvertreter, so wird die Auflösung der Wehr in die Wege geleitet.

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Thomas Dienbauer stellt sich in Mattersburg der Wahhl.
zVg

Bei der Mattersburger Stadtfeuerwehr gibt es bislang einen Kandidaten und zwar den amtierenden Kommandanten Thomas Dienbauer. „Ich stelle mich wieder zur Verfügung“, so Dienbauer, wobei es bislang keinen Gegenkandidaten gibt.

Dienbauer ist seit April 2019 im Amt, das vergangene Jahr war coronabedingt ein ungewöhnliches. „Abgesehen von den Hygienemaßnahmen geht einem der persönliche Kontakt schon sehr stark ab, die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht ist doch anders als online.“ Vor Corona gab es einmal im Monat eine erweiterte Kommandositzung, infolge der Pandemie Sitzungen im kleineren Kreis. Ob sich die Unfälle im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 minimiert haben? „Beim ersten Lockdown hat man nichts gemerkt, im zweiten Halbjahr gab es in diesem Bereich dennoch weniger Einsätze.“

Bei zwei Feuerwehren sind die Wahlen bereits geschlagen, und hier gibt es keine Änderungen. In Zemendorf wird Herbert Pinter weiterhin der Kommandant sein, Stellvertreter Bernd Niessler. In Pöttelsdorf wurden Roman Bosard und Stellvertreter Roland Pfleger von allen anwesenden Feuerwehrmitgliedern in ihren Funktionen bestätigt.