Wiesen: Erdbeerernte beginnt drei Wochen später

Die Kälteperiode setzte den süßen Früchten zu. In den nächsten Wochen wird mit der Ernte in Folientunneln begonnen.

Erstellt am 29. April 2021 | 03:45
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Etwa um 1870 gelangte die Erdbeere nach Wiesen. Seitdem ist sie eine Erfolgsgeschichte der Gemeinde. Heuer wird aufgrund der Witterungsverhältnisse die Ernte erst verspätet beginnen. Welche Auswirkungen das auf die Qualität der Früchte haben wird, ist noch ungewiss. Wegen Erntehelfern aus benachbarten Ländern muss man sich allerdings keine Sorgen machen. Ein negativer Corona-Test ist bei der Einreise erforderlich.
Foto: Symbolbild, Symbolbild

Ihr süßer Geschmack mit dem besonders intensiven Aroma macht sie seit Langem weit über die Grenzen des Burgenlandes zu einer der beliebtesten Früchte bei den Konsumenten. Die Rede ist von den Wiesener Ananas-Erdbeeren. Die Verbraucher warten schon sehnsüchtig darauf. Doch wegen der kühlen Witterung der vergangenen Monate hat sich die Erdbeerernte dieses Jahr etwas verzögert.

Das Aprilwetter brachte nicht nur strahlenden Sonnenschein, sondern auch kalte Temperaturen. In gut zwei bis drei Wochen wird mit der Ernte der frühen Sorten in den Folientunneln angefangen. Mit der Freilandernte kann dann ein bis zwei Wochen später begonnen werden. Der Start erfolgt heuer also später als in der vorigen Saison. Welche Auswirkungen diese Verzögerung auf die Qualität der Erdbeeren haben wird, ist noch ungewiss. „Von der Qualität her kann man jetzt noch nichts Genaues sagen, dazu ist es noch zwei Wochen zu früh. Ich bin aber guter Dinge“, betont Michael Habeler, Obmann der Genussregion Wiesener Ananas Erdbeeren.

Kein Bangen um Einsatz von Erntehelfern

In Wiesen hat die süße Frucht bereits lange Tradition. Etwa 1870 gelangte sie durch die Bürger Hans Wolf und Hans Eckhardt über Deutschland nach Wiesen. Ein spezieller tiefgründiger, humusreicher und nährstoffreicher Boden und optimale Klimaverhaltnisse ermöglichen den Anbau von Erdbeeren bester Qualitat in der Region. Die Auswahl der Sorten und die pflanzenbaulichen Verfahren wurden über mehr als hundert Jahre optimiert. Von besonderer Bedeutung sind das traditionelle Wissen und die Erfahrung der Erdbeerbauern. Die rote Delikatesse wird von rund 40 Betrieben im Voll- oder Nebenerwerb auf einer Fläche von ca. 69 Hektar angepflanzt, davon der Großteil im Freien. Aufgrund der immer schwierigeren Rahmenbedingungen nutzen einige Bauern Folientunnel.

Die Saison startet früher, die Ertragssicherheit ist höher und auch die Qualität der Erdbeeren soll damit gesteigert werden. Etwa 300 Tonnen Erdbeeren werden in Wiesen pro Jahr geerntet. Der Großteil der Erdbeeren wird ab Hof, an Verkaufsständen oder im Lebensmittelhandel verkauft. Familienangehörige stehen oft selbst an den Verkaufsständen entlang der Bundesstraße und sind in ständigem Kontakt mit der Kundschaft.

Von der Qualität her kann man jetzt noch nichts Genaues sagen, dazu ist es noch zwei Wochen zu früh. Ich bin aber guter Dinge“, so Michael Habeler, Obmann der Genussregion Wiesener Ananas Erdbeeren.

Neben der Hilfe der Familienmitglieder sind ausländische Arbeitskräfte notwendig. Diese kommen größtenteils aus Kroatien, Rumänien, Polen oder Bosnien. Anders als letztes Jahr gibt es heuer kein Bangen im Bezug auf fehlende Arbeitskräfte. Noch sind sie zwar nicht in Scharen auf den Erdbeerfeldern zu sehen, doch das sollte sich die kommenden Wochen ändern. Der Arbeitskräftebedarf ist gedeckt und auch bei der Einreise sollte es keine Probleme geben. Ein negativer SARS-COV-2 Test ist Voraussetzung.