Festivals: Streit um Lautstärke. Aufgrund zahlreicher Beschwerden möchte Ortschef Matthias Weghofer die erlaubte Musikspielzeit beschränken.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 12. Oktober 2016 (05:00)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_6722924_mat41jj_symbolfoto_nu_form.jpg
Die Menge tobt, während viele Wiesener möglicherweise lieber schlafen würden, wie hier beim „Here comes the wolves“-Festival.
MW

Die Beschwerden über die Lautstärke des Wiesen-Festivals gehören wohl zur Geschichte des Festivals mit dazu. Vor Kurzem griff Bürgermeister Matthias Weghofer zu einem ungewöhnlichen Schritt: Er legte Beschwerde beim Landesverwaltungsgericht von Seiten der Marktgemeinde dagegen ein, dass die Gemeinde nicht intensiver in den Vorbereitungsprozess der Festivals mit einbezogen wird, gerade, was die Festlegung der Musiklautstärke betrifft. Anders als z.B. Nachbarn bei einem Bauverfahren Parteienstellung haben, hat das die Gemeinde nicht.

Bezirkshauptmannschaft ist verantwortlich

Zuständige Behörde dafür ist die Bezirkshauptmannschaft Mattersburg. Über diesen Schritt berichtete der Bürgermeister auch in der letzten Gemeinderatssitzung und plädierte dafür, eine Beschwerde gegen die Bezirkshauptmannschaft Mattersburg zu beschließen, weil auf die Interessen der Gemeinde nicht eingegangen wird. ÖVP und SPÖ wünschen sich nämlich, dass längstens bis 0.30 Uhr Musik gespielt werden darf. Der Veranstalter hat im Moment das recht, an 365 Tagen im Jahr von 0 bis 24 Uhr durchzuspielen.

Bezirkshauptmann Klaus Mezgolits gibt auf BVZ-Nachfrage bekannt, dass die Beschwerde der Marktgemeinde Wiesen vom Landesverwaltungsgericht mittlerweile abgewiesen wurde – eben weil die Gemeinde keine Parteienstellung hat. Der Bezirkshauptmann betont, dass die Lautstärke sehr wohl reglementiert sei und der Veranstalter dazu verpflichtet ist, die festgelegte Dezibelgrenze einzuhalten.

„Es wird davon ausgegangen, was üblich und zumutbar ist“, so Mezgolits, der auch erklärt, dass die Bezirkshauptmannschaft sehr wohl stichprobenartig Lärmprotokolle anfordere, denn: „Der Veranstalter muss Lärmaufzeichnungen führen.“ Kulanter zeigt sich die Wieser Plattform. Listenchef Dietmar Rath ist davon überzeugt, dass es den Wiesenerinnen und den Wiesenern während der Zeit des Festivals zumutbar sei, mit dieser Situation zurecht zu kommen.