Herbsternte: „Ist Tip-Top-Ware“

Nicht nur im Sommer gibt es aus Wiesen frische Ananas-Erdbeeren: Folientunnel von Gerhard Ramhofer machen es möglich.

Erstellt am 01. Oktober 2021 | 05:24
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Im Folientunnel. Gerhard Ramhofer mit seinen frisch geernteten Ananas-Erdbeeren.
Foto: zVg

Manchmal, gesteht Gerhard Ramhofer, wird er im Angesicht der roten Früchte schon etwas schwach. Dann genehmigt er sich die eine oder andere Erdbeere aus dem eigenen Anbau. „Es ist einfach verführerisch.“ Das Kosten hat neben der persönlichen Gaumenfreude aber auch einen ganz pragmatischen Grund, denn, so Ramhofer: „Rot bedeutet nicht gleich reif. Wenn der Geschmack noch nicht richtig vorhanden ist, dann lasse ich die Erdbeeren noch einen Tag hängen, damit sie noch besser werden.“

Frische Ananas-Erdbeeren aus der Region gibt es nämlich auch jetzt noch – und das sogar bis Ende Oktober. Möglich machen es die Folientunnel, die der Betrieb der Familie Ramhofer jetzt schon im dritten Jahr betreibt und ihnen somit eine Erdbeer-Herbsternte sichert. Das Wetter dafür ist heuer optimal, verrät der Erdbeerbauer: „ Juli und August waren etwas kühler. Somit konnten sich die Pflanzen besser anwachsen und die Früchte sind dadurch größer.“ Den Ernteertrag erwartet sich Ramhofer heuer deshalb auch etwas höher als im vorigen Jahr: „Wir hatten damals die Kulturen zweimal durchgepflückt und waren fertig. Heuer geht es langsamer.“

Auf das Geschmacksurteil von Ramhofer, der also entscheidet, wann der richtige Zeitpunkt für das Pflücken ist, welches per Hand ohne maschinelle Hilfe geschieht, können sich die Kunden dann auch verlassen. Das spiegelt sich in den Rückmeldungen der Kundschaft wider, die, so Rahmhofer, durchwegs positiv sind: „Ich höre oft, dass es eine Tip-Top-Ware ist.“

Gerhard Ramhofer und der Betrieb stehen somit für Regionalität und Frische. Viele Menschen wüssten das auch zu schätzen: „Seit einigen Jahren nehme ich dieses Bewusstsein für regionale Produkte bei den Leuten stärker wahr. Mit der Corona-Pandemie ist es noch größer geworden. Die Arbeit des regionalen Bauern ist wieder was wert.“

Ramhofer setzt sich deshalb dafür ein, dass wieder mehr – nicht nur bei ihm, sondern auch bei anderen Landwirten – in den Hofläden gekauft wird. Natürlich sei der Vertrieb über den Handel auch eine Option. „Aber beim Ab-Hof-Verkauf hat der Bauer das, was er verkauft. Vieles wird leider auch im Handel weggeworfen. Wenn bei mir etwas vom Vortag übrig bleibt, gebe ich es ein bisschen billiger her. Das gefällt den Kunden.“

Seine Erdbeeren lassen sich auch drei bis vier Tage nach dem Pflücken immer noch problemlos genießen. Trotzdem ist es ratsam, sie nicht all zu lange stehen zu lassen. Aber genauso wie Ramhofer, der fast täglich über das ganze Jahr hinweg mit Erdbeeren zu tun hat – nur im Jänner ist ein wenig Ruhe angesagt –, den Früchten in manchen Momenten nicht widerstehen kann, geht es sicherlich auch seinen Kunden. Den Beweis, wie lange die Köstlichkeiten im längsten Fall haltbar sind, muss in der Praxis aber wahrscheinlich noch von jemandem erbracht werden.