Hannes Altenburger will Mut im Kampf gegen MS machen. In seinem Werk stellt Hannes Altenburger sein Leben nach der MS-Diagnose vor.

Von Matea Nikolic. Erstellt am 27. September 2019 (10:43)
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Der 47-jährige Zemendorfer, Hannes Altenburger, mit seinem Werk.
BVZ

„Meinem Dämon die Stirn bieten“ – das ist nicht nur der Titel seines Werkes, sondern auch sein Lebensmotto. „Dieser Titel passt sehr gut zum Inhalt des Buches. Es ist wichtig, den Stier immer bei den Hörnern zu packen und sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen. In meinem Fall ist die Krankheit mein Schicksalsschlag – ich mache aber das Beste daraus!“, diese motivierenden Worte ließ Hannes Altenburger aus Zemendorf in einem Interview mit der BVZ hören.

Hannes Altenburger wurde im Jahr 1972 als das jüngste von vier Kindern geboren. Im Laufe seiner Kindheit entdeckte er rasch die Liebe zur Natur. „Ab diesem Zeitpunkt begleitete ich meinen Vater zu zahlreichen Jagdausflügen. Und kurze Zeit darauf wurde mir klar, dass ich eines Tages Förster werden möchte“, leitet Hannes Altenburger das Gespräch ein. In seiner Jugend besuchte er auch dementsprechend die Försterschule und ging für einige Jahre ins Internat und zum Bundesheer.

Sein Beruf führte ihn in die Steiermark, dort lebte er ein eigenständiges Leben. Doch im Jahr 2001 veränderte sich sein Leben drastisch. Die Diagnose? Multiple Sklerose. Nach diesem Schicksalsschlag ging es für Hannes Altenburger zurück ins Burgenland – er zog wieder bei seinen Eltern ein, das Haus wurde umgebaut und von Barrieren befreit, um die Räume mit dem Rollstuhl erreichen zu können. „Mit 39 Jahren in Frühpension zu gehen – das war fast unbegreiflich für mich“, berichtet Altenburger.

„Ich musste das Beste d‘raus machen!“

Doch Hannes Altenburger begriff, dass die Krankheit nun ein Teil seines Lebens ist. „Mein Leben hat sich nach der Krankheit komplett verändert. Ich habe aber sehr schnell gelernt, sie zu akzeptieren und damit umzugehen – das muss man nach so einem Schicksalsschlag auch tun“, erzählt der 47-Jährige. So beschloss er, nachdem ihm das auch von vielen Bekannten und Verwandten vorgeschlagen wurde, seine Lebensgeschichte niederzuschreiben und ein Buch darüber zu verfassen. „Anfangs wollte ich eigentlich nichts schreiben, doch eines Tages schien die Zeit reif zu sein und ich setzte mich hin, erzählte meine Geschichte und eine sehr gute Freundin von mir tippte alles ab. Für mich war das eine sehr schöne Aufgabe, mit der ich mich intensiv beschäftigt habe“, erzählt Hannes Altenburger, um weiter auszuführen: „Jedoch wäre das alles ohne meine Schwester, meinem Schwager und einigen Freunden nicht möglich gewesen. Für ihre Unterstützung möchte ich mich bei ihnen bedanken!“

Auf die Frage, ob es ihm leicht fiel, öffentlich über sein Leben zu reden und Details preiszugeben, antwortete Altenburger: „Über mein Leben zu reden, das war kein Problem für mich. Ich erzähle sehr gerne Geschichten! Mit diesem Buch möchte ich Menschen, die womöglich mit dem gleichen Schicksal leben müssen, motivieren und ihnen Mut machen, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen“.

Das Buch wurde im August 2019 fertiggestellt und es gibt bereits viele, ausschließlich positive Rückmeldungen: „Viele Leute sagen, dass sie sich während des Lesens gefühlt hätten, als ob sie selber dabei gewesen wären. Sie empfinden, dass ich meine Geschichte authentisch und lebendig erzähle“.