Social Media-Star „Malentschi“ und ihre 200.000 Fans. Die 15-jährige Illmitzerin Marlene Loos ist auf der Social Media Plattform „TikTok“ zum Star geworden. Am Sonntag hat sie ihre Fans getroffen.

Von Paul Haider. Erstellt am 29. August 2019 (05:41)
Paul Haider
„TikTok“ -Star „Malentschi“ beim Selfie mit einem Fan.

Sonntagnachmittag am Grillplatz in Apetlon: Es herrscht Trubel. Eine Schar Jugendlicher hat sich um die 15-jährige Illmitzerin Marlene Loos versammelt. „Darf ich ein TikTok mit dir machen?“ ist die Frage, die sie an diesem Nachmittag am öftesten zu hören bekommt. „Na klar“, antwortet Marlene jedes Mal und wirft sich gekonnt in Pose.

Paul Haider
Flohmarkt. Beim Fan-Treffen am Apetloner Grillplatz gab es ausgemustertes Gewand aus Marlenes Kleiderschrank zu kaufen - ein Angebot, das von „Malentschis“ jungen Fans sehr gut angenommen wurde!

„Malentschi“, so das Internet-Pseudonym der 15-Jährigen, ist ein Internet-Star und am Sonntag hatten ihre Fans in Apetlon die Gelegenheit, ihr Idol hautnah kennenzulernen. Gut 100 ihrer Bewunderer sind der Einladung gefolgt. Es handelt sich größtenteils um Mädchen, die jünger als Marlene sind, ein paar Burschen sind auch dabei. Einige sind sogar extra aus Tirol, Salzburg und der Steiermark angereist.

„Anfangs war es ganz schlimm, da habe ich auch echt viel geweint. Es war ein harter Weg akzeptiert zu werden.“Marlene war am Anfang ihrer Internet-Karriere oft Opfer von Cyber-Mobbing.

Berühmt geworden ist Marlene Loos auf der Social Media Plattform „TikTok“, ihr Profil zählt mittlerweile 205.000 Follower. Auf „Instagram“ ist sie mit rund 24.000 Abonnenten ebenfalls sehr beliebt.

Aber was genau macht Marlene eigentlich, das vor allem bei jungen Mädchen so gut ankommt? Sie selbst beschreibt es im BVZ-Interview, bevor die ersten Fans eintreffen, so: „Ich produziere Fotos und Videos von mir. Mein Content dreht sich hauptsächlich um mich selbst und um die Themen Lifestyle, Fashion, Beauty und Schminktipps für Mädchen.“

Video mit der Oma war der erste Hit

Seit drei Jahren ist Marlene in Sozialen Netzwerken aktiv. Angefangen hat ihre Karriere bei „TikTok“ schleichend, bis ein Video, das sie mit ihrer Großmutter aufgenommen hat, zum Hit wurde: „Die Videos mit meiner Oma kamen anfangs immer gut an. Bis ein Video plötzlich eine Million Klicks hatte. Das war der erste Wow-Moment, damit hat alles angefangen“, erinnert sich Marlene.

Ganz einfach war die Anfangsphase für „Malentschi“ allerdings nicht – auf täglicher Basis war sie Cyber-Mobbing und Hass im Netz ausgesetzt: „Anfangs war es ganz schlimm, da habe ich auch echt viel geweint. Es war ein harter Weg akzeptiert zu werden. Aber mittlerweile ist das gar kein Problem mehr.“

Als „Influencerin“ mit einer großen jungen Zielgruppe bekommt Marlene jetzt auch regelmäßig Angebote von Firmen, ihre Produkte zu bewerben. Geld verdient sie bis dato damit aber nicht: „Statt Geld bekommt man eher Vorzüge angeboten. Zum Beispiel postet man Werbung für ein Restaurant und kann dann dort gratis essen gehen. Oder man bekommt einen Pulli und macht dafür Werbung“, erklärt die 15-Jährige.

Paul Haider
„Malentschis“ zweite Familie: Beim Treffen in Apetlon haben 100 Fans die Gelegenheit genützt, Marlene persönlich kennenzulernen. Dabei hat sie sich Zeit genommen, mit jedem und jeder Einzelnen ein Foto oder Video zu machen. Fotos: Haider

Um in den Genuss dieser Vorzüge zu kommen, muss Marlene aber auch viel Zeit in ihre Online-Präsenz investieren. Danach gefragt, wie viele Stunden pro Tag sie mit dem Smartphone verbringt, sagt sie wie selbstverständlich: „Ich verbringe den ganzen Tag am Handy. Es ist halt nicht wie ein normales Hobby, das zeitlich begrenzt ist. Man hat von morgens bis abends zu posten.“

Auf die Frage, ob das auf Dauer nicht anstrengend sei, entgegnet die 15-Jährige: „Ja schon, aber es macht mir so viel Spaß, dass die Anstrengung eigentlich komplett wegfällt. Ich habe ja auch damit angefangen, weil es mir Spaß macht, nicht um irgendwas zu erreichen.“

Wenn sie gerade nicht als „Malentschi“ neue Inhalte produziert, besucht Marlene die Modeschule Herbststraße in Wien. „Das gehört aber auch zu meinem Content. Ich zeige die Schule her, was ich nähe und designe“, schildert sie, wie bei ihr Privat- und Onlineleben miteinander verschmelzen. Auch die meisten ihrer derzeitigen Freunde habe sie über „TikTok“ gefunden.

Zukunftspläne?- „Ändern sich ungefähr täglich“

Während Marlene beim Fantreffen Fotos und Videos mit ihren Bewunderern macht, kümmert sich ihre Familie um die Gäste. Bruder Elias betreut den Flohmarkt, bei dem ausgemustertes Gewand von Marlene zum Kauf angeboten wird, Mama Michaela serviert Getränke, Papa Christian steht hinter dem Grill. Seine Idee war es auch, das Treffen in Apetlon zu veranstalten.

Auf die Unterstützung ihrer Familie kann sich Marlene verlassen, auch wenn ihren Eltern nicht immer klar ist, was ihre Tochter da am Smartphone eigentlich macht.

Paul Haider
Familien-„Selfie“. Auf Marlenes Social Media-Kanälen haben ihre Familienmitglieder des Öfteren Gastauftritte. Im Bild: Schwester Alma, Bruder Elias, Mutter Michaela und Vater Christian.

„Ich verstehe nicht ganz, was da los ist“, gibt Michaela Loos schmunzelnd zu: „Aber ein Freund hat heute zu mir gesagt: Wenn wir heute jung wären, dann würden wir das auch machen. Ich stehe hinter ihr und finde das toll, was sie macht. Ich mag auch ihre Fans total gerne.“

Und wie stellt sich eine 15-jährige Internet-Berühmtheit ihre Zukunft vor? Nach ihrem Berufswunsch gefragt, antwortet Marlene: „Ich bin megaspontan, meine Pläne ändern sich ungefähr täglich. Ich habe noch gar keine Ahnung, was ich später machen werde, aber ich hoffe, dass es entweder mit Sozialen Medien oder mit Mode zu tun hat.“