Windner Bürgermeister: „Bin immer noch junger Bursche!“

Erwin Preiners politisches Resümee wirkt endlos. Über seine Vergangenheit spricht der Bürgermeister dennoch ungern.

Erstellt am 21. Mai 2021 | 04:09
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Stolz. Erwin Preiner ist seit 1997 Bürgermeister der Gemeinde Winden am See. Eine weitere Kandidatur schließt er nicht aus.
Foto: Daniel Hahofer

Seit 1997 ist Erwin Preiner Bürgermeister der Gemeinde Winden am See – eine erstaunlich lange Amtszeit von 24 Jahren. Doch seine politische Historie hält der ehemalige Hauptschullehrer Erwin Preiner für zweitrangig: „Ich bin ja noch ein junger Bursche! Da schau ich nur alt aus“, weicht der Bürgermeister den Fragen zu seiner Amtszeit schelmisch aus. „Das ist alles Vergangenheit, die Zukunft ist interessanter! Meine Schandtaten sind ohnehin alle im Internet zu finden“, erklärt der Windener schmunzelnd.

Preiner zeigt sich bescheiden und es ist bereits früh im Gespräch offensichtlich, dass er nur sehr ungern über sich selbst spricht. Viel lieber spreche er über seine Gemeinde. „Aus den Erfahrungen der Vergangenheit gestalten wir die Gegenwart für die Zukunft der Gemeinde und Gemeindebürger!“, erklärt der stolze Bürgermeister der BVZ. Die Betonung liegt dabei auf den Gemeindebürgern: „Es ist wesentlich, dass sich die Bürgerinnen und Bürger in Winden am See wohlfühlen. Hierbei ist es ihm von großer Bedeutung, das Vereinsleben zu beleben sowie ausreichend Wohnraum zu schaffen. „Insbesondere um die junge Bevölkerung im Ort zu halten oder Familien bei Interesse die Ansiedlung zu ermöglichen, müssen wir genügend Optionen bieten“, meint der Windener.

Ebenso wichtig ist dem 58-jährigen Bürgermeister die Nähe zur Natur. Nicht zuletzt aufgrund seines nebenerwerblichen Engagements als Landwirt. Aufgrund dessen beteiligt sich Winden an verschiedensten Naturschutzprojekten. „Außerdem möchten wir dem Klimaschutz und den Klimamaßnahmen nähertreten. Die Klimaschutzziele sind uns sehr wichtig“, betont der ehemalige Hauptschullehrer. „Zusätzlich dazu haben wir vor, diesbezüglich Investitionen mit Fördermaßnahmen der öffentlichen Hand durchzuführen. Der Fokus liegt dabei darauf, im Gemeindebereich Energie einzusparen und unseren Beitrag zur CO²-Reduktion zu leisten.“ Geplant sind beispielsweise Photovoltaikanlagen für Kindergarten und Schule sowie die Errichtung einer E-Tankstelle.

Seit 24 Jahren im Dienst der Gemeinde

Von oberster Priorität ist dem Bürgermeister die Nähe zu seinen Bürgerinnen und Bürgern: „Ich arbeite sehr gerne mit den Menschen dieser Gemeinde zusammen.“ Während unserem Gespräch fallen einige beschriftete gelbe Rollen auf dem Schreibtisch des Bürgermeisters auf, doch dieser schafft rasch für Klarheit: „Seit letztem Jahr stelle ich die gelben Säcke den Haushalten der Gemeinde selbst zu. Meistens auf meinem Heimweg oder beim Spazieren.“

Beim Thema „Corona-Pandemie“ kehrt der 58-Jährige erneut zur Bürgernähe zurück: „Ich sehe es als Teil meiner Bürgermeisteraufgabe, im Falle einer außergewöhnlichen Situation zu versuchen, soweit es geht, den Menschen zu helfen und beizustehen!“

„Dieses Virus ist unvorhersehbar und unberechenbar“, so Preiner. Um der negativen Entwicklung zum Beginn des Jahres entgegenzuwirken, rief er selbst innerhalb seiner Gemeinde eine Teststrecke ins Leben. „Wir hoffen, weitestgehend schadenfrei aus dieser besonderen Zeit rauszukommen“, meint der Bürgermeister optimistisch.

Obwohl Erwin Preiner seine Augen lieber in Richtung Zukunft richtet, blickt er dennoch erfüllt und zufrieden auf seine vergangene Amtszeit zurück. Ein 24-jähriges Engagement, gefüllt mit unzähligen Festen und Feiern, Bauprojekten und Initiativen. „Ich trage bis heute mit Begeisterung das Bürgermeisteramt. Ich investiere gerne die Zeit für die Ortsbevölkerung, für die Gemeinschaft, für die jungen und älteren Menschen. Hoffentlich mündet mein Einsatz in die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger“, erklärt Preiner abschließend. Einer weiteren Kandidatur steht zum jetzigen Zeitpunkt nichts im Weg.