Das Ziel erreichen, Grenzen ausloten. Der Neusiedler Bezirk war dabei zahlreich vertreten, gute Vorbereitung als Voraussetzung.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 31. Januar 2018 (10:23)
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Ohne Muskelkater, Blasen oder sonstigen Beschwerden erreichte Kordula Csukker aus Tadten mit ihren zwei Freundinnen nach knapp 11 Stunden reiner Gehzeit das Ziel: „Nachdem mein Mann, Robert, bereits das vierte Mal die ganze Runde absolvierte, war der Reiz aufgrund seiner Erzählungen bereits gegeben, einmal die 60 Kilometer zu gehen. In einer Runde mit Freundinnen entstand dann die fixe Idee und jetzt werden bereits Pläne für 2019 geschmiedet“, schildert sie ihre erste Erfahung bei der Tour.

Zum ersten Mal mit dabei war auch der Neusiedler Christoph Prandtstetten. Sein Ziel, gleich die ganze Strecke zu bewältigen, hat er zwar nicht erreicht, doch umso größer ist seine Motivation nächstes Jahr wieder teilzunehmen. Ein Magen-Darm Problem zwang ihn bei Illmitz zur Aufgabe. Dort befand er sich nicht nur geografisch in der Hölle.

„An ein Weitergehen war nicht mehr zu denken. Meine Verdauung hat nicht mehr mitgespielt und mein Herz hat zu rasen begonnen. Meine Freunde sind mir beigestanden und waren insgeheim froh, dass wir beschlossen haben, nicht mehr weiterzugehen“, schmunzelt Prandtstetten rückblickend. Das Training in der Vorbereitung - sechs 25 Kilometer-Märsche - habe sich aber trotzdem ausgezahlt. „Blasen hab ich keine bekommen, die Schuhe waren perfekt eingegangen.“

„Gleich nach der Tour sage ich „niemals wieder“, aber dann packt es mich doch„Roman Koppitsch

Ein erfahrener „Tourengeher“ ist Roman Koppitsch, er war bereits zum vierten Mal dabei: „Man muss sich Stück für Stück ein Ziel setzen, um die ganze Runde zu schaffen, die Schuhe müssen passen, ebenso die Vorbereitung“, sagt er. Sechs Stunden lang habe er ein Hörspiel gehört, zum Schluss dann schon Helene Fischer, als Ansporn schnell weiter zu kommen, so der Neusiedler. „Gleich nach der Tour sage ich „niemals wieder“, aber dann packt es mich doch„, meint Koppitsch.

20 Polizeischüler dabei

Gerhard Lang aus Podersdorf am See, Leiter des Bundeskriminalamtes, hat 2014 und 2015 die gesamten 120 Kilometer absolviert. Heuer war er als Mitglied des Versorgungsteams dabei - und hatte dabei auch die 120 Polizeischüler im Auge, die nach dem Motto „Gemeinsam sicher um den Neusiedler See“ teilnahmen. „Wir haben bei der Verpflegung geholfen, Leute abgeholt, die nicht mehr konnten und haben polizeiliche Absperrungen errichtet. Es gab keine ernsthaften Zwischenfälle, sondern nur extrem gute Stimmung vor, während und nach der Tour“, berichtet Lang.

HAK Frauenkirchen erreichte Ziel

Als um 2.15 Uhr das Team der HAK Frauenkirchen das Ziel der Extrem-Tour um den Neusiedler See erreicht, steht Erleichterung, Glück, Dankbarkeit, Müdigkeit und ungemeiner Stolz auf das Geschaffte in den Gesichtern zu lesen. Alle haben das wichtigste Ziel erreicht: Die ganz persönlichen Grenzen auszuloten und in einem Team bei perfektem Wetter viele Stunden – zum Teil in Dunkelheit - unterwegs zu sein.

Für 13 der 19 Starter der HAK Frauenkirchen erfüllte sich der Traum, die Strecke von Apetlon nach Oggau zu schaffen. Der Tour war eine intensive Vorbereitung vorausgegangen: Die Highlights dabei waren ein 25 Kilometer langes Training bei Regen und die Pasta-Party am Vortag der Extrem-Tour.

Gudrun Schreiber-Jankovits, mit Hannes Schmid für die Organisation verantwortlich, beschreibt die Herausforderung für die begleitenden Lehrkräfte so: „Du musst abschätzen, ob die Jugendlichen wirklich an ihren Grenzen angelangt sind und ein Aufhören wichtig ist, oder ob jemand nur eine kurze Krise durchmacht und nach einer Pause weitermachen kann.“