Neusiedls Stadtarchiv sucht Nachwuchs. Eine Feier zum Geburtstag des Vereines samt Jahrbuch-Präsentation fiel der Pandemie zum Opfer. Am Erhalt der Neusiedler Geschichte wurde aber weiter gearbeitet.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 12. Juli 2020 (06:04)
Sepp Gmasz und Eva Mannsberger vom Verein Stadtarchiv Neusiedl am See bedankten sich bei den Bücherpaten Hans Preschitz (hinten), Hans Peter Halbritter sowie Annemarie und Hans Peter Sima.
Böhm-Ritter

Der Verein Neusiedler Stadtarchiv feiert heuer sein 25-jähriges Bestehen. Die im März geplante Jubiläumsfeier sowie die Jahrbuch-Präsentation „ist leider dem Corona-Lockdown zum Opfer gefallen“, berichtete Obmann Sepp Gmasz der BVZ.

„Sichtbare Verjüngung wäre langsam notwendig.“

Für das Archiv selbst sei das nicht unbedingt ein Nachteil gewesen: „Im Gegenteil: Es konnte unter anderem eifrig an der Digitalisierung der Fotobestände gearbeitet werden“, so Vorstandsmitglied Eva Mannsberger.

Im Spätherbst soll der Einstieg in das Online-Topothek-Portal erfolgen. Hier sollen die historischen Fotos nicht nur über das Web für jeden zugänglich gemacht werden, sie sind dort auch „für alle Ewigkeit“ sicher aufgehoben. Das Stadtarchiv verfügt über mehr als 5.000 Fotos aus der Zeit der 1860er Jahre bis in die Gegenwart.

Zum Geburtstag des Vereines äußerte Obmann Sepp Gmasz auch einen Wunsch: „Der Verein ist schon etwas in die Jahre gekommen, obwohl noch immer genug Feuer für das Aufstöbern alter Geschichte(n) vorhanden ist. Aber eine sichtbare Verjüngung wäre schon langsam notwendig.“

Der Appell ergeht an junge Historikerinnen und Historiker genauso wie an geschichtsinteressierte junge Leute, doch einmal in die Arbeit der Stadthistoriker hineinzuschnuppern.

„Wir würden uns über einen Besuch freuen, das Archiv ist jeden Samstag von 10 Uhr 30 bis 12 Uhr geöffnet. Heuer teilweise auch im Sommer. (Kontakt: 0699/11036816).

Buchrestauration durch Spenden

Im Vorjahr hat der Verein begonnen, historische Werke mit Spenden von Buchpaten restaurieren zu lassen. Dieses Projekt wurde nun fortgeführt. Mit der finanziellen Unterstützung von Annemarie und Hans Peter Sima, Hans Preschitz und Hans Peter Halbritter konnten jahrhundertealte Druckwerke aus dem Neusiedler Stadtarchiv vor ihrem Verfall gerettet werden.