Fassade in Neusiedler Kellergasse beschmiert

Fortgesetzt wurde der Prozess gegen einen jungen Mann mit schwieriger Persönlichkeit und Hang zur Gewalt.

Elisabeth Kirchmeir Erstellt am 04. Oktober 2017 | 10:34
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Beschädigt. Diese Fassade in der Neusiedler Kellergasse „verschönerte“ der Angeklagte mit Ölfarben.
Foto: Haider

Dem zuletzt 2013 wegen schweren Raubes verurteilten Mann droht eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Laut einem psychiatrischen Gutachten liegt bei dem Angeklagten eine Persönlichkeitsstörung vor.

Mit Schraubenzieher Vermieter attackiert

Vorgeworfen wird ihm, im März 2017 mit einem Schraubenzieher auf seinen Vermieter losgegangen und mehrfach Stichbewegungen in dessen Richtung vollzogen zu haben. Außerdem soll der 27-Jährige diverse Fassaden und Mauern in Neusiedl mit Graffitis „geschmückt“ haben.

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Vor Gericht gab der Angeklagte an, er habe den Vermieter nicht verletzen wollen. Vorige Woche kam ein Mitbewohner zu Wort, der die Szene im März 2017 miterlebt hatte. Der Zeuge gab an, der Angeklagte habe Stichbewegungen in Richtung des Vermieters ausgeführt: „Es war eine gezielte Aktion, er wollte uns verletzen“, erklärte der Mitbewohner.

Einen ihm völlig fremden Mann hatte der Angeklagte, nachdem er aus einem Lokal geworfen worden war, an einer Bushaltestelle attackiert.

Das Opfer musste ebenfalls vor Gericht erscheinen und gab an, die bei dem Vorfall beschädigte Brille sei 1.000 Euro wert gewesen. „Meine Hose war auch kaputt“, berichtete der Zeuge. Dennoch habe ihm der aggressive junge Mann leidgetan.

„Ich möchte mich entschuldigen“, sagte der Angeklagte.

Fassaden-Sanierung „schwierig und teuer“

Befragt wurde weiters der Besitzer eines Weinkellers, der sich in der historisch bedeutsamen Kellergasse in Neusiedl befindet. Für ihn sei ärgerlich, dass der Angeklagte die 140 Jahre alte Sandsteinfassade mit blauer und roter Ölfarbe verunstaltet habe. Laut Experten sei eine Sanierung schwierig und teuer.

„Wie wäre es, wenn der Angeklagte das abarbeitet?“, schlug der Hausbesitzer vor. Er würde ihm das nötige Werkzeug zum Entfernen der Bemalung zur Verfügung stellen. „Glauben Sie mir, das wünschen Sie sich nicht“, empfahl Richter Philipp Ent dem Geschädigten, Abstand von dieser Idee zu nehmen.

Der Prozess musste neuerlich vertagt werden, weil der Vermieter als mutmaßliches Opfer der Schraubenzieher-Attacke zum zweiten M al unentschuldigt nicht vor Gericht erschienen war. Der Richter erreichte den Mann telefonisch im Ausland, erinnerte ihn an seine Zeugenpflicht und verhängte eine Ordnungsstrafe in der Höhe von 500 Euro.