Grünes Band am einstigen Eisernen Vorhang. In Illmitz wurde in einer großen Festveranstaltung das Jubiläum der europäischen Naturschutzinitiative gefeiert.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 21. August 2019 (04:15)
Jubiläum mit Symbolcharakter. Natur verbindet Grenzregionen: Viele internationale Akteure und Politiker nahmen bei den Feierlichkeiten in Illmitz zu 30 Jahre „Grünes Band Europa“ teil. Darunter auch Ministerin Maria Patek, Ungarns Minister Isván Nagy und Landtagspräsidentin Verena Dunst.
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Fast 40 Jahre lang teilte der Eiserne Vorhang Europa und trennte die Menschen auf beiden Seiten voneinander. Minenfelder, Selbstschussanlagen, Mauern, Stacheldraht und Grenztürme teilten den Kontinent und bildeten einen Todesstreifen. Menschen in den Grenzregionen lebten jahrzehntelang in Spannungssituationen. Viele Menschen verließen das wirtschaftlich schwache Grenzgebiet oder wurden gar zwangsweise umgesiedelt.

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Der Natur war in diesen Gebieten allerdings eine Verschnaufpause gegönnt. „Die Natur eroberte das Niemandsland“, war am Montag im Rahmen einer Jubiläumsveranstaltung im Informationszentrum des Nationalparks Neusiedler See - Seewinkel auf einen Aufsteller zu lesen. Gefeiert wurde in Illmitz 30 Jahre „Grünes Band Europa“.

Die europäische Naturschutzinitiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, das „Grüne Band“ als Rückgrat eines ökologischen Netzwerks und als lebendiges Mahnmal europäischer Geschichte zu erhalten. Außerdem soll das „Grüne Band“ ein Symbol für grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Naturschutz und nachhaltiger Landentwicklung sein.

Hochrangige Festgäste in Illmitz

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Initiative „Grünes Band Europa“ trafen sich am Montag Akteure und Politiker aus verschiedenen Ländern zu einer Festveranstaltung. Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus Maria Patek, Landwirtschaftsminister István Nagy aus Ungarn und auch Landtagspräsidentin Verena Dunst betonten in ihren Ausführungen die Wichtigkeit und Einzigartigkeit des Lebensraumverbunds entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs.

Nationalpark fördert regionale Identität

„Für die einheimische Bevölkerung hat dieser Nationalpark am Grünen Band Europa wesentlich zur Entwicklung einer neuen regionalen Identität beigetragen. Die Attraktivität dieser Grenzregion für Naturtouristen, für Birdwatcher oder für Naturfotografen liegt nicht nur in der einzigartigen Landschaft zwischen Alpen und Puszta, nicht nur in der außergewöhnlichen Vielfalt an Lebensräumen und Arten, nicht nur am sehr langen Sommer – sie hat auch einen Reiz, der sich aus der kulturellen Vielfalt und aus der Geschichte einer oftmals veränderten Grenzsituation ergibt. Es gehört deshalb zu unseren Aufgaben, dieses wertvolle Naturjuwel gemeinsam mit den Nachbarn zu erhalten und es zusammen mit der jüngeren Geschichte Europas unseren Gästen wie der Bevölkerung noch stärker ins Bewusstsein zu bringen“, so Landtagspräsidentin Verena Dunst.