St. Andrä am Zicksee

Erstellt am 28. Februar 2018, 12:20

von BVZ Redaktion

Spende vom Papst für Orthodoxes Kloster in St. Andrä. Bischof Ägidius Zsifkovics überreichte für das Orthodoxe Kloster eine Baustein-Spende von Papst Franziskus. Festredner Dominik Orieschnig wies auf die Vielfalt der Religionsgemeinschaften hin.

Das am 23. Juni 1967 beschlossene „Orthodoxengesetz" sei mit einer enormen „kulturellen Hintergrundstrahlung" verbunden und verdeutliche, dass der „intellektuelle Reichtum" des österreichischen Staates „wesentlich auch in der Vielfalt der mit ihm historisch verwachsenen Religionsgemeinschaften und Kirchen besteht", betonte Religionsrechts-Experte Dominik Orieschnig in seinem Vortrag im Rahmen des Festaktes.

Zu diesem hatte Metropolit Arsenios Kardamakis nach einer feierlichen Vesper in der griechisch-orthodoxen Kirche zum Heiligen Georg in die griechisch-orthodoxe Kathedrale zur Heiligen Dreifaltigkeit am Wiener Fleischmarkt geladen.

Orieschnig: Orthodoxengesetz ist „kulturhistorische Leistung der Republik Österreich"

Das vor 50 Jahren beschlossene „Orthodoxengesetz“, das die Rechtsverhältnisse der griechisch-orientalischen Kirche in Österreich regelt, sei eine große „kulturhistorische Leistung der Republik Österreich", weil es für die „positivsten Seiten eines spezifisch österreichischen Elements" in der europäischen Geschichte stehe: „Ein hochdifferenzierter Kulturgeist, weltbürgerliche Gesinnung und der Bau von Brücken zwischen Parteien“, so Dominik Orieschnig.

Weiters ermöglichte das Gesetz „eine moderne Fortschreibung einer seit Jahrhunderten bestehenden Zugehörigkeit griechisch-byzantinischer Kultur zu Österreich" und rief zugleich ins Bewusstsein, „dass im Blick auf die österreichischen Jahrhunderte Kultur ohne Migration nicht zu denken ist", so der Festvortragende.

Festakt mit prominenten Gästen

Die Bedeutung dieses Bundesgesetzes unterstreicht auch die Gästeliste des Festaktes: Neben Metropolit Arsenios Kardamakis wohnten Kurienkardinal Kurt Koch, der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel, weltweites Oberhaupt der orthodoxen Christen, der Apostolische Nuntius Peter Stephan Zurbriggen, die katholischen Bischöfe Ägidius Zsifkovics, Manfred Scheuer, Wilhelm Krautwaschl, Klaus Küng, Alois Schwarz, Werner Freistetter und Franz Scharl sowie der evangelische Bischof Michael Bünker und der Bischof der Altkatholischen Kirche Heinz Lederleitner dem Festakt bei. 

Baustein-Spende von Papst Franziskus für Orthodoxes Kloster

Im Rahmen des Festaktes überreichten Kurienkardinal Koch und der Eisenstädter Diözesanbischof Zsifkovics eine Baustein-Spende von Papst Franziskus für das erste Orthodoxe Kloster, das im burgenländischen St. Andrä gebaut wird. Dieser persönliche Baustein des Heiligen Vaters in der Höhe von 100.000 Euro wurde wenige Tage zuvor dem Eisenstädter Bischof zugesandt, der die Spende nun gemeinsam mit dem „Ökumeneminister" des Vatikans an den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. und die griechisch-orthodoxe Metropolis von Austria übergab.

Im Hinblick auf den Bau des ersten Orthodoxen Klosters in Österreich sprach Festredner Orieschnig von „ökumenischen Weichenstellungen von enormer Innovationskraft". Das Klosterprojekt, in die Wege geleitet durch eine Grundstücksstiftung der katholischen Diözese Eisenstadt und ihres Bischofs Zsifkovics, sei „nicht nur ein historisches Ereignis für die Orthodoxen in Österreich, sondern auch für die Ökumene in unserem Land".