Kein Hotelprojekt im Weidener Seebad. Die Projektentwickler wollen das Hotel „Das Fritz“, das auf Gemeindegrund im Strandareal geplant war, doch nicht errichten.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 03. Oktober 2018 (11:00)
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Andreas Rohatsch, Heinrich Hareter, Wilhelm Schwartz
v.l.n.r. Andreas Rohatsch (GUW) zeigte sich sehr überrascht, dass das Pfundner-Projekt nicht realisiert wird. Heinrich Hareter (SPÖ) sieht es positiv, dass Gemeindefläche im Strandbad frei bleibt. Bürgermeister Wilhelm Schwartz fürchtet das Ende des Weidener Tourismus.
zVg

Das im Sommer im Gemeinderat heiß diskutierte Hotel auf gemeindeeigenem Grundstück im Strandbad wird nicht gebaut. Die PT-Errichtungs- und Betriebs GmbH mit Geschäftsführer Martin Pfundner hat das Projekt ad acta gelegt. Erst vergangene Woche wurde dieser Entschluss innerhalb des Familienunternehmens gefällt.

Zweifel schon im Juli geäußert

Schon im Juli äußerte Martin Pfundner im BVZ-Gespräch erste Zweifel am Projekt. Damals stand aber viel mehr eine zeitliche Verschiebung des Baustarts als eine Absage an die Gemeinde im Raum.

Dem Projekt blies vonseiten der Grünen und Unabhängigen sowie von der SPÖ-Fraktion zu diesem Zeitpunkt Gegenwind ins Gesicht. Die Grünen erwägten, als Antwort auf einen mehrheitlich beschlossenen Grundsatzbeschluss für das Hotel im Strandareal, eine Volksabstimmung einzuleiten. Nicht weil sie gegen ein Hotel in Weiden am See seien, sondern weil zwei Hotelprojekte für die Gemeinde zu viel seien, hieß es damals.

In unmittelbarer Nähe des Pfundner-Hotels, das an das Seerestaurant „Das Fritz“ thematisch anknüpfen und auch denselben Namen tragen sollte, ist ein weiterer Tourismusbau in Planung. Allerdings auf Privatgrund. Das Immobilienunternehmen Sundeck, das momentan 28 Appartements im Seepark errichtet, plant ein weiteres Projekt auf dem Grundstück der ehemaligen Seepension.

Gemeinschaftsprojekt: „Kein Thema“

Dem Wunsch, der quer durch alle politische Fraktionen geäußert wurde, aus den beiden Projekten doch ein gemeinsames zu machen, erteilte Pfundner mit seiner Entscheidung nun endgültig eine Absage. Das sei kein Thema, allerdings sehe er momentan auch keine Möglichkeit, dass zwei Hotels nebeneinander bestehen könnten. „Wir schauen uns nun an, wie das Sundeck-Projekt sich entwickelt. Aus heutiger Sicht sind wir aber der Meinung, dass sich zwei Häuser nebeneinander nicht rechnen“, erklärt Martin Pfundner.

Bürgermeister Wilhelm Schwartz (ÖVP) konnte seine große Enttäuschung über diese Entscheidung im BVZ-Interview nicht verhehlen. Er sieht den Tourismus in der Gemeinde am Boden. „Wir werden bald gar keine Betten mehr haben, die Zimmervermieter werden immer weniger. Wir schaffen es nicht einmal, zwei Autobus-Gruppen im Ort unterzubringen.“ Nun heiße es abwarten, wie das Sundeck-Projekt aussehen werde. Gespräche mit den Projektentwicklern soll es diese Woche geben.

Die Absage der PT-Errichtungs- und Betriebs GmbH sieht der Ortschef als Reaktion auf die Ankündigung einer Volksabstimmung durch die Grünen und Unabhängigen Weiden (GUW). GUW-Gemeinderat Andreas Rohatsch zeigte sich über den Entschluss von Martin Pfundner überrascht.

Er wolle die Entscheidung nicht kommentieren, weil er über den genauen Sachverhalt noch nicht informiert worden sei, ließ er wissen. „Ich finde es eigenartig, dass es noch keine Information vom Bürgermeister gegeben hat.“

Auch für Heinrich Hareter, SPÖ-Gemeindevorstand, war die Nachricht von der Pfundner-Absage eine Überraschung. Er sei nach wie vor für ein gemeinsames Projekt. Außer Frage stellt er, dass die Gemeinde Hotelbetten brauche: „Dringend.“