Über die „Buchgrabler“ und ihren Wirten. Nach 27 Jahren sagen die musikalischen Botschafter des Burgenlandes Adieu. In Neusiedl trafen sie sich zur Weihnachtsfeier.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 08. Januar 2020 (05:13)
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Weihnachtsfeier mit den beiden Wirten. Karl Kanitsch, Kurt Windholz, Stefan Jagschitz, Alois Loidl, Bernhard Zingler, Sepp Gmasz; (sitzend) Gerhard Windholz mit Enkeltochter Karolina und Ludwig Treuer.
Birgit Böhm-Ritter

Im September verabschiedeten sich die „Buchgrabler“ mit ihrem letzten Auftritt im Lisztzentrum Raidung von den Konzertbühnen des Landes. Ihre letzte gemeinsame Weihnachtsfeier feierte das durch und durch burgenländische Ensemble – kurioserweise nach Weihnachten – im Gasthaus „Zur Alten Mauth“, wo sie noch einmal in gemeinsamen Erinnerungen schwelgten.

Mit etwas Wehmut, denn: „Es wird nicht mehr so oft vorkommen, dass wir wirklich alle gemeinsam wieder zusammenkommen, wohnen wir doch verstreut im Land“, meinte Flügelhornist Alois Loidl.

Nach Orkan 2010 spielte man für die „Mauth“ selbst

Mit dem Gasthaus „Zur Alten Mauth“ und ihrem Wirt Gerhard Windholz pflegte das sechsköpfige Ensemble eine ganz besondere Verbindung. Viele Benefizkonzerte, bei denen sich der Hausherr jedes Mal sehr spendenfreudig zeigte, wurden hier gespielt. „Außerdem konnten wir hier immer ‚Station‘ machen. Ein Gulasch hatte Gerhard immer für uns“, schmunzelte Loidl.

An ein ganz besonderes Konzert erinnerte sich sein Musikerkollege Sepp Gmasz, denn einmal spielten die „Buchgrabler“ für die „Mauth“ selbst: „Nämlich als ein Orkan 2010 das Dach des Wirtshauses abgedeckt hatte.“

Rund zwanzig Weihnachtsfeiern feierten die „Buchgrabler“ im Neusiedler Traditionsgasthaus. Oftmals stellten sie ihre Feier unter ein ganz bestimmtes Motto. „Gerhard hat sich immer Gedanken gemacht, wie er das acht- bis zehngängige Menü danach richten könnte. Er hat sich dafür einiges einfallen lassen“, blickte Gmasz mit Bewunderung zurück.

Karl Kanitsch schmökert im mächtigen Fotoalbum.
BVZ

Zur vermutlich letzten „Buchgrabler“-Weihnachtsfeier haben die sechs Musiker zahllose Erinnerungen mitgebracht, einige auch in Form von Fotos. Ein dickes Album zeugt von 27 Jahren burgenländischer Musikgeschichte und 408 Auftritten: „Gefühlte 150 Jahre Buchgrabler sind da drinnen“, sagte Karl Kanitsch beim Schmökern im Buch mit einem Augenzwinkern.

So manche Fans wird das Sextett wohl nie vergessen. Ganze Gruppen reisten den „Buchgrablern“ von Konzert zu Konzert nach. „Eine Dame brachte uns sogar von jedem ihrer Urlaube ein Mitbringsel mit“, so Gmasz.