Parndorf

Erstellt am 12. September 2018, 06:19

von Paul Haider

„Halbe Lösung“: Parndorfer Arztsuche vorläufig beendet. Dr. Mihaela Colescu wird wieder Kassenärztin, Bürgermeister Kovacs spricht sich weiterhin für eine dritte Kassenstelle aus.

Medizinische Versorgung gesichert. Parndorfer Wahlärztin will wieder einen Kassenvertrag übernehmen.  |  Symbolbild/Bilderbox

Eine Odyssee hat ihr vorläufiges Ende gefunden: Nach insgesamt sechs Ausschreibungen ist die zweite Kassenarzt-Stelle in Parndorf wieder besetzt.

Wie Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) die BVZ wissen ließ, dürfte die Stelle an eine „Rückkehrerin“ gehen: Dr. Mihaela Colescu, seit Anfang des Jahres Wahlärztin, dürfte schon bald wieder alle Kassen übernehmen. „Ich habe noch nichts Schriftliches, aber ihre mündliche Aussage, dass sie den Zuschlag bekommen hat und ab Oktober wieder als Kassenärztin tätig sein wird“, so Kovacs im BVZ-Gespräch.

Nach BVZ-Bericht kam Anfrage aus Deutschland

Wie die BVZ bereits berichtet hat, hat sich die Gemeinde Parndorf dazu entschieden, die Landesförderung für niedergelassene Ärzte zu verdoppeln und einen neuen Kassenarzt in Parndorf mit einer Starthilfe von bis zu 60.000 Euro zu unterstützen. Nachdem sich diese stolze Fördersumme herumgesprochen hatte, seien in Parndorf sogar Anfragen aus Deutschland eingegangen, wie Bürgermeister Kovacs erzählt.

Dr. Colescu dürfte mit ihrer Rückkehr als Kassenärztin Anspruch auf zumindest einen Teil dieser Fördersumme haben. Wie Peter Slawik, Pressesprecher von Gesundheitslandesrat Norbert Darabos (SPÖ), die BVZ wissen ließ, würde noch kein Förderantrag aus Parndorf vorliegen. Ein Sockelbetrag von 20.000 Euro sei aber für alle Förderungswerber vorgesehen, die über einen aufrechten Kassenvertrag verfügen und sich dazu verpflichten, diesen für mindestens fünf Jahre aufrecht zu erhalten.

Darüber hinaus seien weitere Zuschläge bis maximal 60.000 Euro möglich, wie Peter Slawik mitteilt: „Die Zuschläge erhält ein Förderwerber unter anderem, wenn die gegenständliche Planstelle für Allgemeinmedizin erst anlässlich der dritten Ausschreibung durch die Burgenländische Gebietskrankenkasse übernommen wird.“

5.000 Einwohner, 4.000 Arbeitsplätze

Der medizinische Engpass in Parndorf dürfte nun vorerst überbrückt sein. Wirklich zufrieden ist Bürgermeister Kovacs mit der ärztlichen Versorgung im Dorf aber trotzdem nicht, wie er im BVZ-Gespräch anmerkt: „Für mich ist das Problem noch nicht gelöst. Wir haben, schon bevor Dr. Wuketich-Dudas gekommen ist, argumentiert, dass wir einen dritten Arzt brauchen. Wenn Dr. Loidl mit Jahresende in Pension geht, haben wir wieder die gleiche Situation wie damals.“

Momentan ist im Burgenland ein Allgemein-Mediziner pro 2.000 Einwohner vorgesehen. Dieser Schlüssel wird in Parndorf mit zwei Kassenärztinnen am Papier zwar erfüllt, allerdings gibt Wolfgang Kovacs zu bedenken: „Wir haben 5.000 Einwohner. Man muss in Parndorf aber 4.000 Arbeitsplätze dazurechnen. Das sind Leute, die bei uns arbeiten und auch bei uns einen Arzt kontaktieren. Außerdem halten sich Patienten nicht immer an die Kassen-Zuteilung, es kommen auch viele Leute aus den Umland-Gemeinden zu unseren Ärztinnen“.