Neusiedler Montessori-Kindergarten bekommt Container

Der Bewegungsraum soll kurzfristig – bis 2021 – in einen Gruppenraum umfunktioniert werden.

Erstellt am 22. Mai 2019 | 05:12
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Montessori-Kindergarten Neusiedl am See Symbolbild
Der Neusiedler Montessori-Kindergarten.
Foto: Birgit Böhm-Ritter

Der Montessori-Kindergarten bekommt einen Container. Mit diesem will die Stadtgemeinde das Problem der fehlenden Kindergartenplätze in den Griff bekommen. „Als Übergangslösung“, betont Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ).

„Einem Schmuckstück österreichischer Elementarbildung wird ein Container verordnet“ÖVP-Gemeinderätin Karin Petter-Trausznitz

In einer hitzigen Gemeinderatssitzung haben die politischen Vertreter der Stadtgemeinde vergangene Woche diesen Beschluss gefasst. Mehrstimmig, mit den Stimmen der SPÖ, FPÖ, Grünen und der parteifreien Gemeinderätin Maria Nakovits. Die ÖVP wollte dem Tagesordnungspunkt „Errichtung einer provisorischen Kindergartengruppe 2019-2021“ ihre Zustimmung so nicht geben.

Geplant ist ein 60 Quadratmeter großer Container, der den rund 100 Kindern im Montessori-Kindergarten ab Herbst als Bewegungsraum dienen soll. Der eigentliche Bewegungsraum kann dann als zusätzlicher Gruppenraum für bis zu 25 Kinder genutzt werden.

Für die ÖVP keine Option. „Einem Schmuckstück österreichischer Elementarbildung wird ein Container verordnet“, sagte ÖVP-Gemeinderätin Karin Petter-Trausznitz in der Sitzung und plädierte auf eine Alternativlösung. Der gesamte Bewegungsraum werde hinausverlagert, hundert Kinder seien betroffen, so Trausznitz weiter.

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Container im Kindergarten sind nichts Ungewöhnliches in Neusiedl am See. Seit 2011 ist eine Gruppe des Tabor-Kindergartens in einem Container untergebracht.
Foto: BBR

ÖVP-Vizebürgermeister Thomas Halbritter betonte, dass ein Provisorium gebraucht werde, wies aber darauf hin, dass die ÖVP seit zwei Jahren auf einen Kindergarten-Neubau dränge. „Mit diesem Konzept wird der Neubau wieder zwei Jahre weitergeschoben“, befürchtete Halbritter, der darüber hinaus vorschlug, für eine provisorische Kindergartengruppe Räumlichkeiten in bestehenden Gebäuden in Betracht zu ziehen. Er nannte die ehemalige Landwirtschaftliche Fachschule, die Waldorfschule und das Technologiezentrum.

Dass die Container-Lösung in ÖVP-Reihen derart negativ gesehen wurde, überraschte Ortschefin Böhm in der Gemeinderatssitzung. Immerhin sei eine Kindergarten-Gruppe des Tabor-Kindergartens seit 2011 in einem Container untergebracht. Dieser Beschluss sei unter dem damaligen ÖVP-Bürgermeister Kurt Lentsch gefasst worden.

„Der Container ist eine kurzfristige Lösung, bis es den 4. Kindergarten gibt. Derzeit werden im Rahmen der Machbarkeitsstudie Grundstücke geprüft, die für einen Kindergarten oder einen Campus am besten geeignet sind“, erklärte Böhm.