Fix: Denkmalschutz für das Neusiedler Hallenbad. Laut Landeskoordinator Peter Adam wird das Gebäude bereits dieses Jahr auf die Liste der schützenswerten Objekte gesetzt.

Von Pia Reiter. Erstellt am 20. Februar 2018 (12:28)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Bedeutsam. Das Bundesdenkmalamt will feststellen, inwieweit das Neusiedler Hallenbad, in den Siebzigerjahren im Stil des „Brutalismus“ erbaut, schützenswert ist.
Reiter

Nach dem Lokalaugenschein Ende November durch das Bundesdenkmalamt (BDA) steht nun fest: Das Neusiedler Hallenbad wird unter Denkmalschutz gestellt. „Es ist beabsichtigt, das Gebäude noch 2018 unter Schutz zu stellen, es steht auf der Liste für heuer“, bestätigt Landeskoordinator Peter Adam auf Nachfrage der BVZ.

„Es ist gut in Schuss gehalten worden“

Derzeit wird gerade ein Gutachten erstellt, doch für Adam ist bereits jezt klar: „Das ist eines der wichtigsten Bauten für den Brutalismus und gilt als besonders aussagekräftig. Das hat eine ziemliche Dimension, weil es nicht viel Vergleichbares aus dieser Zeit gibt.“

Das Neusiedler Hallenbad gilt in Fachkreisen als Beispiel des Brutalismus, einem Baustil der modernen Architektur. Der Ursprung der Bezeichnung liegt unter anderem im französischen Begriff béton brut („roher Beton“).

Nach Ansicht der Begutachter des Bundesdenkmalamtes (BDA) vertreten durch Landeskoordinator Peter Adam, Paul Mahringer und Sabine Weigl-Stumpf, weist das Hallenbad große Zeugniskraft für die Baukultur dieser Zeit auf und präsentiert sich als architektonisch sehr interessanter: „Der Zustand ist gut, es ist gut in Schuss gehalten worden.“

Als Konsequenz müssen nun aber alle weiteren Maßnahmen, was eine mögliche Sanierung betrifft, mit dem BDA abgestimmt werden: „Es gibt aber Fördermöglichkeiten seitens des Bundesdenkmalamtes. Nach Notwendigkeit kann ja adaptiert werden, der Charakter soll erhalten bleiben.“

Geprüft hat das Bundesdenkmalamt nach einer Anfrage der Neusiedler Neos.

Bürgermeisterin Böhm beantwortet ÖVP-Fragen

Vor Weihnachten schickten Vizebürgermeister Thomas Halbritter und die ÖVP Neusiedl am See 30 Fragen an Stadtchefin Elisabeth Böhm (SPÖ).

Fordert Konzept. Vizebürgermeister Thomas Halbritter stellte 30 Fragen an die Stadtchefin.
BVZ

„Nach acht langen Wochen - pünktlich zum Beginn der Fastenzeit - liegt nun ein mageres Antwortschreiben vor. Es gibt kein SPÖ-Konzept für die Sanierung des Hallenbades“, kritisiert Halbritter, der den Antworten der Stadtchefin nicht viel abgewinnen kann.

„Und als Höhepunkt und verspäteter Faschingsscherz: Das im September 2017 präsentierte neue Sanierungskonzept kann nicht vorgestellt werden, da es noch bearbeitet wird. Ich fordere die SPÖ, an der Spitze Frau Bürgermeister Böhm und Herrn Stadtrat Zitz, dringend auf, die beginnende Fastenzeit zur Einkehr zu nutzen und nach 100 Tagen endlich mit der Arbeit zu beginnen“, so Halbritter

In Arbeit. Bürgermeisterin Elisabeth Böhm will ein nachhaltiges und finanzierbares Konzept präsentieren.
zVg

Stadtchefin Elisabeth Böhm kann die Kritik seitens der ÖVP nicht nachvollziehen: „Ich habe die Fragen ordnungsgemäß beantwortet. Wir sollten bemüht sein, gemeinsam ein gutes Ergebnis zu erreichen. Dass ein Konzept nicht innerhalb von drei Monaten auf dem Tisch liegt ist logisch, das geht nicht von heute auf morgen. Wir sind dran.“