Wasserverbrauch im Nordburgenland verdoppelt. Eine Analyse des Wasserleitungsverbandes von 28 Unternehmen ergab einen Anstieg von 1,1 auf 2 Millionen Kubikmeter Wasserbedarf in den vergangenen zwölf Jahren.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 27. August 2021 (06:33)
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WLV-Obmann Gerhard Zapfl und die Geschäftsleiter Nikolaus Sauer und Helmut Herlicska bei einem Werksbesuch im Coca Cola Werk in Edelstal.
WLV Nördliches Burgenland

Das Nordburgenland hat in den vergangenen Jahren eine enorm dynamische Entwicklung hingelegt. Das sieht man nicht nur anhand der wachsenden Bevölkerung, sondern auch an den unzähligen Betrieben, die es in die Region zog. Die rasante Entwicklung stellt auch den Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland (WLV) vor die Herausforderung, seine Kapazitäten immer wieder dementsprechend anzupassen.

Großverbraucher: Coca Cola, Therme & Co

Um den zukünftigen Wasserbedarf und die Verbrauchsentwicklung sowie die damit in Zusammenhang stehenden technischen Erfordernisse planen zu können, wurde der Wasserverbrauch der letzten Jahre bei den Großabnehmern analysiert. Dabei wurden die 28 größten Wasserverbraucher, welche im Jahresschnitt über 20.000 Kubikmeter Wasserverbrauch aufwiesen, ausgewertet.

Fazit des Wasserleitungsverbandes: Der Wasserverbrauch dieser Großverbraucher ist in 12 Jahren von etwa 1,1 Millionen Kubikmeter auf beinahe 2 Millionen Kubikmeter gestiegen.

Die Großabnehmer würden einen wichtigen Anteil an der gesamten abgegebenen Wassermenge des WLV aufweisen, würden aber viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Region beschäftigen, weist der WLV in einer Aussendung hin. Zu den Großverbrauchern zählen etwa Coca Cola in Edelstal, Pet Food in Pöttelsdorf, die Martinstherme in Frauenkirchen, das Outletcenter in Parndorf und demnächst Schlumberger in Müllendorf.

Den Peak in Sachen Wasserverbrauch dürfte man laut Einschätzung des Wasserleitungsverbandes in der Region auch noch nicht erreicht haben: Die Entwicklung deute darauf hin, dass im Zusammenhang mit der gewerblichen, industriellen und touristischen Entwicklung der Region auch die Verbrauchsmengen der Großverbraucher in zukünftigen Jahren weiterhin deutlich steigen werden. Darauf bereitet sich der WLV jedenfalls vor: „Wir investieren derzeit 21,7 Millionen Euro in die Infrastruktur (Budget 2021). Diese Investitionen durch den gemeinnützigen WLV sichern die Wasserversorgung ab, machen die Region zukunftsfit und geben damit direkt oder indirekt vielen Menschen in der Region Arbeit. Damit steuern wir einen wichtigen Baustein in der dynamischen Entwicklung der Region bei“, so Obmann Gerhard Zapfl.

Trotz vieler Hitzetage kein Engpass

Die Investitionspolitik der letzten 15 Jahre mit Investitionen in der Höhe von 190 Millionen Euro war auf eine Steigerung der Versorgungssicherheit und vorausschauend auf die Abdeckung der Verbrauchsspitzen ausgerichtet. Mit den heurigen Temperaturen wurden die Investitionen der letzten Jahre bestätigt. Versorgungsschwierigkeiten gab es bis dato keine.

Der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland (WLV) entwickelte sich mit seinen Kapazitäten von über 2.900 Kilometern an Leitungen, über 65.000 Anschlüssen, 49 Wasserspendern und einer Vielzahl an Hochbehältern oder Drucksteigerungen in den letzten Jahren zum viertgrößten Wasserversorger in Österreich.

Der WLV beschäftigt 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verzeichnet einen jährlichen Umsatz von rund 34 Millionen Euro. Durch die heurige Investitionstätigkeit werden rund 500 Arbeitsplätze direkt geschaffen, gibt der Wasserleitungsverband an.